2380 – 2560 | Aufstieg der menschlichen Streitkräfte

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Von den Unification Wars und der Entstehung moderner menschlicher Streitkräfte über den Erstkontakt mit Xi’an und Tevarin bis zum Ersten Tevarin-Krieg, der Perry Line und der Verselbstständigung der UEE Marines.

Die Stanley-Meuterei und der Beginn der Unification Wars

20.10.2380

Mit der Gründung der United Nations of Earth (UNE) begann 2380 ein neuer Abschnitt der Menschheitsgeschichte. Nach langen Verhandlungen hatten sich die Staaten der Erde unter einer gemeinsamen Regierung zusammengeschlossen, um die weitere Expansion der Menschheit ins All gemeinsam zu organisieren. Im selben Zuge entstanden auch die Streitkräfte der UNE; die Army wurde 2380 gegründet, während ehemalige nationale Kriegsschiffe und Besatzungen in die neue UNE Navy überführt wurden. Nicht überall fand die politische und militärische Vereinigung jedoch Zustimmung.

Am 20. Oktober 2380 eskalierten diese Spannungen an Bord des ehemaligen amecanischen Schlachtkreuzers Stanley. Teile der bisherigen Besatzung weigerten sich, die Auflösung ihrer nationalen Strukturen zu akzeptieren, bewaffneten sich und übernahmen das Schiff. Ihr Ziel war es, die Souveränität Amecanios wiederherzustellen und dafür notfalls auch bedeutende Städte auf der Erde anzugreifen. Die UNE Navy konnte die Stanley jedoch außer Gefecht setzen und zurückerobern, ohne dass dabei Menschen ums Leben kamen.

Die Meuterei blieb kein Einzelfall. Am 9. Dezember 2380 desertierten die UNE-Kriegsschiffe Panjwani und Cassano. Innerhalb einer Woche schlossen sich vier weitere Schiffe an. Es folgten mehrere Gefechte mit der Navy, bis die Panjwani als letztes verbliebenes Schiff dieser Gruppe am 22. März 2381 zerstört wurde. Die bewaffnete Opposition gegen die Vereinigung war damit jedoch nicht beendet. Die folgenden Jahre gingen als die Unification Wars in die Geschichte ein.

Quellen:
CIG – Portfolio: Unification Wars
CIG – Writer's Guide: Part One

Beginn der Belagerung von Syrtis

05.08.2381

Nach der Niederschlagung der Meutereien innerhalb der UNE Navy verlagerte sich der Widerstand gegen die Vereinigung auf den Boden. Besonders die marsianische Grenzsiedlung Syrtis entwickelte sich zu einem Zentrum der Anti-Unification-Bewegung. Im Juni 2381 berichteten die Nachrichtendienste, dass die überwiegend von ehemaligen Bürgern Sumerkadias bewohnte Siedlung Menschen aus verschiedenen früheren Nationalstaaten aufnahm, die die neue UNE ablehnten. Bevölkerung und Befestigungen von Syrtis wuchsen daraufhin deutlich.

Anfang August wurden in Syrtis illegal beschaffte militärische Flugabwehrgeschütze installiert. Als UNE-Streitkräfte versuchten, diese Waffen zu beschlagnahmen, trafen sie auf unerwartet starken bewaffneten Widerstand. Um eine unmittelbare Eskalation mit hohen zivilen Verlusten zu vermeiden, zogen sich die Truppen zunächst zurück und schlossen die Siedlung vollständig ein. Die UNE verhängte eine Flugverbotszone, unterbrach die Kommunikationsverbindungen und verhinderte den Personen- und Warenverkehr nach Syrtis.

Was zunächst als begrenzte Abriegelung gedacht war, entwickelte sich zu einer langwierigen Belagerung. Syrtis verfügte über umfangreiche Vorräte und hielt wesentlich länger durch als von der UNE erwartet. Gleichzeitig wurde die eingeschlossene Siedlung zu einem Symbol für die inzwischen stärker organisierte Anti-Unification Alliance (AUA). Der militärische Stillstand verschärfte damit nicht nur den Konflikt auf Mars, sondern stärkte zugleich den Widerstand gegen die UNE in anderen Teilen der menschlichen Bevölkerung.

Hinweis: Die offiziellen Quellen datieren den Beginn der Belagerung auf Anfang August 2381, nennen jedoch keinen konkreten Kalendertag. Der 5. August dient ausschließlich der chronologischen Sortierung innerhalb der Timeline.

Quelle:
CIG – Portfolio: Unification Wars

Der Fall von Syrtis

04.01.2383

Die Belagerung von Syrtis zog sich wesentlich länger hin, als die Führung der UNE ursprünglich erwartet hatte. Obwohl die Siedlung vom Personenverkehr abgeschnitten, mit einer Flugverbotszone belegt und ihre direkte Kommunikation unterbrochen worden war, verweigerten die Bewohner weiterhin die Kapitulation. Beobachter außerhalb der Stadt berichteten regelmäßig über die Lage, wodurch Syrtis zunehmend zu einem Symbol der Anti-Unification Alliance wurde.

Der politische Druck auf die UNE-Führung wuchs. Versuche, die Bevölkerung durch psychologische Maßnahmen zur Aufgabe zu bewegen, blieben erfolglos. Schließlich kam die Regierung zu dem Schluss, dass die anhaltende Belagerung der Anti-Unification-Bewegung mehr Unterstützung verschaffte, als sie ihr entzog, und ordnete eine militärische Beendigung des Konflikts an.

In der Nacht zum 4. Januar 2383 griffen UNE-Streitkräfte Syrtis an. Nach einem kurzen, aber blutigen Gefecht brachte das Militär die Siedlung unter seine Kontrolle. Die gewaltsame Beendigung der Belagerung löste jedoch erhebliche Kritik aus und stärkte die Unterstützung für die Anti-Unification Alliance weiter. Aus dem militärischen Sieg der UNE entstand damit zugleich ein politisches Problem, das den nächsten großen Konflikt der Unification Wars vorbereitete.

Quelle:
CIG – Portfolio: Unification Wars

Der Kampf um New York und das Ende der Unification Wars

29.07.2384

Nach dem Fall von Syrtis veränderte die Anti-Unification Alliance ihre Strategie. Während ein öffentlich auftretender Teil der Bewegung mit Kundgebungen, Medienauftritten und politischen Argumenten gegen die UNE vorging, bereitete ihr militanter Flügel im Verborgenen einen größeren Angriff vor. Dazu wurden zivile Schiffe bewaffnet und Kontakte zu Besatzungen älterer Kriegsschiffe aufgebaut, die nach der Vereinigung bei lokalen Milizen verblieben waren.

Am 29. Juli 2384 näherte sich zunächst ein zuvor verschwundenes Milizkriegsschiff New York City. Nachdem es das Feuer auf entgegenkommende Navy-Schiffe eröffnet hatte, nahm die UNE Navy die Verfolgung auf. Dieser Angriff erwies sich als Ablenkung: Während ein Teil der Verteidigungskräfte gebunden war, griff der Hauptverband der AUA New York City an. Ziel war die United Nations of Earth Plaza, in der sich zentrale legislative und administrative Einrichtungen der UNE befanden.

Die AUA konnte ihr Ziel nicht erreichen. Teile ihrer Flotte wurden vernichtet oder zur Aufgabe gezwungen, während andere Schiffe aus dem Sol-System flohen oder nach Croshaw entkamen. Einige dieser Besatzungen schlossen sich später zu Outlaw-Gruppen zusammen und überfielen Handelsrouten in Sol und Croshaw.

Die schweren Schäden in New York und die Folgen des Angriffs ließen die öffentliche Unterstützung für die militante Anti-Unification-Bewegung weitgehend zusammenbrechen. Kleinere Auseinandersetzungen mit Gegnern der Vereinigung sollten noch Jahrzehnte auftreten, doch Historiker betrachten den Kampf um New York City vom 29. Juli 2384 als letzte Schlacht der Unification Wars. Nach vier Jahren innerer Konflikte hatte sich die gemeinsame Regierung der Menschheit militärisch behauptet.

Quelle:
CIG – Portfolio: Unification Wars

Erstkontakt mit den Xi'an und Beginn des Kalten Krieges

01.07.2530

Im Jahr 2530 entdeckte die Navjumperin Kathryn Segovia über das Baker-System einen bislang unbekannten Planetary System und verkaufte dessen Navigationsdaten an interessierte Unternehmen. Den Zuschlag erhielt Gaia Planet Services, dessen Führung jedoch weder die Entdeckung ordnungsgemäß bei der United Planets of Earth (UPE) registrierte noch die erforderlichen Genehmigungen für eine Terraforming-Operation einholte. Ein Team unter Foreman Charles Baxter begann deshalb mit Untersuchungen auf dem später als Pallas III beziehungsweise Se'kith bekannten Planeten, ohne zu wissen, dass sich das System bereits im Einflussbereich der Xi'an befand.

Xi'an-Schiffe umstellten die menschlichen Expeditionsteams und nahmen 276 Menschen gefangen. Baxter wurde als Zeichen guten Willens freigelassen und kehrte nach Baker zurück. Nachdem Gaia Planet Services schließlich die UPE informierte, benötigten menschliche Xenolinguisten 15 Tage, um eine rudimentäre Kommunikation mit den Xi'an aufzubauen. Es folgten schwierige Verhandlungen über die Freilassung der Gefangenen. Nach insgesamt 57 Tagen kam eine Einigung zustande und die verbliebenen Menschen wurden unverletzt freigelassen.

Der Zwischenfall hinterließ jedoch tiefes Misstrauen auf beiden Seiten. Besonders problematisch war für die UPE, dass die Xi'an im Zuge der Verhandlungen umfangreiche Informationen über die Lage menschlicher Systeme erhielten, während die Menschheit kaum etwas über das Xi'an-Territorium wusste. Die diplomatischen Beziehungen kühlten daraufhin zunehmend ab. CIG beschreibt den Vorfall ausdrücklich als Ausgangspunkt des späteren Xi'an-Human Cold War, einer jahrhundertelangen militärischen Konfrontation, die zwar immer wieder gefährlich eskalierte, aber nicht in einen umfassenden offenen Krieg mündete.

Hinweis: Die offiziellen Quellen belegen den Erstkontakt für das Jahr 2530, nennen jedoch keinen konkreten Kalendertag. Der 1. Juli dient ausschließlich der chronologischen Sortierung innerhalb des belegten Jahres.

Quellen:

CIG – Galactic Guide: Pallas System

CIG – Writer's Guide: Part Two

Entdeckung Elysiums und Beginn des Tevarin-Konflikts

15.11.2541

Am 15. November 2541 entdeckte Dr. Kellar Lench einen Sprungpunkt in das später als Elysium bezeichnete System. Auf Elysium IV, der von ihren Bewohnern Kaleeth genannten Welt, stieß die Menschheit erstmals auf die Tevarin. Die Tevarin verfügten bereits über Raumfahrt, Quantum-Technologie und hochentwickelte Schildsysteme, waren der UPE technologisch insgesamt jedoch noch unterlegen. Ihre Gesellschaft war stark vom kriegerischen Ehrenkodex der Rijora geprägt.

Die UPE versuchte, diplomatische Beziehungen aufzubauen. Die Tevarin zeigten jedoch stärkeres Interesse an menschlich kontrollierten Welten als an einer politischen Annäherung. Die aktuelle Galactapedia beschreibt, dass sie die UPE nach dem Erstkontakt angriffen und damit den Ersten Tevarin-Krieg auslösten. Für die Menschheit war dies der erste große Krieg gegen eine außerirdische Zivilisation.

Die UPE war auf die Geschwindigkeit und Stärke der Tevarin-Offensive zunächst schlecht vorbereitet. Insbesondere deren Phalanx-Schildtechnologie brachte die Navy unter Druck. Die Regierung führte eine Einberufung ein und begann, Industrie und Logistik umfassend auf den Krieg auszurichten. Der Konflikt sollte fünf Jahre dauern und die militärische wie politische Entwicklung der Menschheit nachhaltig verändern.

Hinweis: Der 15. November 2541 ist das belegte Datum der Entdeckung Elysiums und des ersten Kontakts mit der Tevarin-Zivilisation. Die offiziellen Quellen ordnen auch den Beginn des Ersten Tevarin-Krieges dem Jahr 2541 und diesem Erstkontakt zu, nennen jedoch keinen separaten Kalendertag für den eigentlichen Kriegsausbruch.

Quellen:

CIG – 2541: Awfully Crowded in My Sky

CIG – Galactapedia: Tevarin

CIG – Invictus Launch Week: A History

Die Tevarin erobern Idris

01.07.2542

Nur kurze Zeit nach Beginn des Ersten Tevarin-Krieges entdeckten die Tevarin einen Zugang zum strategisch wichtigen Idris-System. Im Jahr 2542 griffen sie Idris überraschend an. Die Invasion begann mit schweren orbitalen Bombardements gegen Idris IV, bei denen zahlreiche Bevölkerungszentren getroffen und viele Menschen getötet wurden. Der Großteil der überlebenden Bevölkerung floh aus dem System.

Den Tevarin gelang es anschließend, Idris IV zu besetzen. Einige Menschen blieben jedoch auf dem Planeten zurück und organisierten Widerstandsgruppen in den Gebirgsregionen. Diese Gruppen lieferten später wichtige Informationen und Unterstützung für den Versuch der UPE, die Welt zurückzuerobern.

Der Verlust von Idris stellte einen schweren Rückschlag für die UPE dar. Das System entwickelte sich in den folgenden beiden Jahren zu einem der bedeutendsten Schauplätze des Krieges. Erst mit Operation Nemesis im September 2544 sollte die UPE einen umfassenden Versuch unternehmen, Idris IV zurückzuerobern.

Hinweis: Die offiziellen Quellen datieren die Tevarin-Invasion und Besetzung von Idris auf das Jahr 2542, nennen jedoch keinen konkreten Kalendertag. Der 1. Juli dient ausschließlich der chronologischen Sortierung innerhalb des belegten Jahres.

Quellen: CIG – Galactic Guide: Idris System

Die Perry Line entsteht

01.07.2542

Während die UPE im Westen gegen die Tevarin kämpfte, blieb die Lage an der Grenze zum Xi'an-Imperium angespannt. Die Erfahrungen seit dem Erstkontakt von 2530 hatten gezeigt, wie wenig die Menschheit über die militärischen Fähigkeiten und Bewegungen der Xi'an wusste. Die Befürchtung, während des Tevarin-Krieges in einen zweiten Konflikt verwickelt zu werden, verstärkte den Wunsch nach einer stärker kontrollierten Grenze.

Im Jahr 2542 schlug UPE-Navy-General Armistead Perry vor, sämtliche Systeme mit direkten Verbindungen zum Xi'an-Territorium der Kontrolle der Navy zu unterstellen. Sie sollten als militärische Pufferzone dienen und einen möglichen Xi'an-Vorstoß frühzeitig abfangen. Nach längerer Beratung stimmte das Tribunal dem Konzept zu. Die daraus hervorgegangene Grenzregion wurde als Perry Line bekannt.

In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten wurden die Systeme entlang dieser Grenze von Patrouillen, Aufklärungssatelliten, Scandrohnen und Minenlegern beider Seiten geprägt. Die Perry Line wurde damit zum sichtbarsten Ausdruck des Xi'an-Human Cold War und blieb bis zum politischen Tauwetter des späten 28. Jahrhunderts eine der am stärksten militarisierten Regionen zwischen menschlichem und Xi'an-Territorium.

Hinweis: Die Errichtung der Perry Line ist für das Jahr 2542 belegt, ein konkreter Monat oder Kalendertag jedoch nicht. Der 1. Juli dient ausschließlich der technischen Sortierung. Auch die Reihenfolge gegenüber der ebenfalls 2542 erfolgten Tevarin-Invasion von Idris ist durch die bekannten Quellen nicht eindeutig belegt.

Quellen:

CIG – Galactic Guide: Hadur System

First Battle of the Argon Chain

15.02.2543

Zu Beginn des Ersten Tevarin-Krieges musste die UPE ihre zivile Industrie schnell für militärische Zwecke mobilisieren. Dazu gehörte auch der von Tumbril Land Systems entwickelte DX20, ein robustes ziviles Geländefahrzeug. Die UPE Army ließ das Fahrzeug bewaffnen und für militärische Zwecke umrüsten. Diese Variante erhielt offiziell den Namen Cyclone.

Anfang 2543 kam der Cyclone in einem Gefecht zum Einsatz, das später als First Battle of the Argon Chain bekannt wurde. Eine zahlenmäßig unterlegene UPE-Army-Einheit unter Colonel A.J. Krate traf auf eine deutlich stärkere Tevarin-Panzerdivision. Krate nutzte das Gelände, ließ Teile seiner Cyclones offen an den Flanken auftreten und positionierte weitere Fahrzeuge mit Raketenwerfern auf einem Höhenzug. Eine dritte Gruppe blieb verborgen, bis die Tevarin in die vorbereitete Falle geraten waren.

Es folgten rund drei Stunden intensiver Nahkämpfe. Die bessere Beweglichkeit der Cyclones erwies sich dabei als entscheidend, und die UPE konnte die gegnerische Formation vollständig vernichten oder gefangen nehmen. Mehrere Tevarin-Panzer fielen intakt in menschliche Hände und lieferten der UPE wichtige Erkenntnisse über feindliche Waffentechnologie. Der Sieg wurde zugleich zu einem bedeutenden Propagandaerfolg in der frühen Phase des Krieges.

Hinweis: Die offiziellen Quellen datieren die First Battle of the Argon Chain lediglich auf „Anfang 2543“. Der 15. Februar dient ausschließlich der chronologischen Sortierung und ist kein kanonisch belegter Schlachttag.

Quellen:

CIG – Whitley's Guide: Cyclone

Operation Nemesis beginnt

30.09.2544

Bis 2544 hatte sich der Erste Tevarin-Krieg zunehmend festgefahren. Die Tevarin hielten Idris IV und gewannen unter anderem im Centauri-System weiter Boden. High-General Trevor Borland befürchtete, dass sich der Konflikt zu einem langwierigen Abnutzungskrieg entwickeln würde. High Command entwarf deshalb Operation Nemesis, eine riskante Großoffensive zur Rückgewinnung eines festen Brückenkopfes auf Idris IV.

Ziel war eine große Tevarin-Schiffswerft auf der Oberfläche des Planeten, die zugleich als Reparaturzentrum, Startpunkt zahlreicher Jäger und Kontrollzentrum weiterer militärischer Einrichtungen diente. Navy-Verbände sollten tief in das System eindringen und die Tevarin über Idris IV in ein Gefecht zwingen, während Army- und Marine-Einheiten auf der Oberfläche strategische Positionen besetzten.

Am 30. September 2544 um 13:45 SET begann Operation Nemesis. Der Feindkontakt erfolgte unmittelbar nach dem Eintritt der UPE-Flotte in Idris. Während die Navy den Vorstoß in Richtung Idris IV fortsetzte, landeten die Bodentruppen und griffen die als „the Hill“ bezeichnete Schiffswerft an. Nach sechs Stunden konnten UPE-Truppen die Anlage zunächst einnehmen.

Der Erfolg erwies sich jedoch als vorläufig. Die Tevarin aktivierten ein bislang unbekanntes planetarisches Verteidigungssystem und vernichteten innerhalb kürzester Zeit zwei UPE-Träger. Gleichzeitig versagten die neuen R27HE-„Hull-Shredder“-Torpedos, und die Tevarin begannen einen massiven Gegenangriff. Operation Nemesis ging damit unmittelbar in die entscheidende Battle of Idris IV über.

Quellen:

CIG – This Day in History: Battle of Idris IV

Battle of Idris IV

01.10.2544

Nach dem zunächst erfolgreichen Beginn von Operation Nemesis gerieten die UPE-Streitkräfte auf und über Idris IV in eine äußerst schwierige Lage. Das planetare Verteidigungssystem der Tevarin setzte die Navy massiv unter Druck, während auf der Oberfläche Tevarin-Einheiten versuchten, die zurückeroberte Schiffswerft erneut einzunehmen. Der kommandierende Colonel Tio Koshi und sein Stab wurden bei einem Luftangriff getötet, während die verbliebenen Bodentruppen schwere Verluste erlitten.

Nachdem auch Major Michael Colorry gefallen war, übernahm der junge Captain Ivar Messer das Kommando über die verbliebenen Kräfte. Er ließ Retaliator-Bomber extrem nahe an den eigenen Stellungen angreifen und organisierte zugleich eine kleine Aufklärungseinheit, die das Tevarin-Verteidigungssystem infiltrieren sollte. Unter Sergeant Adam Corr gelang es dieser Gruppe, das Kontrollzentrum zu übernehmen und dessen Waffen vorübergehend gegen die Tevarin-Flotte einzusetzen.

Dadurch konnten UPE-Verstärkungen in das System gelangen. Die Tevarin begannen sich zurückzuziehen, während Messers Truppen die Stellung auf dem Hill hielten. Nach Angaben des historischen CIG-Berichts gingen während der Kämpfe auf beiden Seiten zusammen mehr als hundert Großkampfschiffe, tausende Jäger und rund 70.000 Menschen und Tevarin verloren.

Die aktuelle Galactapedia führt die Battle of Idris IV am 1. Oktober 2544 als eindeutigen Sieg der UPE und als Wendepunkt des Ersten Tevarin-Krieges. Messers Rolle in der Schlacht machte ihn zu einer öffentlichen Symbolfigur und bildete zugleich einen wichtigen Ausgangspunkt seines späteren politischen Aufstiegs.

Quellen:

CIG – Galactapedia: Battle of Idris IV

CIG – This Day in History: Battle of Idris IV

Ende des Ersten Tevarin-Krieges

01.07.2546

Nach dem Sieg auf Idris IV gewann die UPE zunehmend die Initiative zurück. Der Krieg endete schließlich 2546 mit einer Niederlage der Tevarin. Ihre kontrollierten Systeme wurden anschließend in das Gebiet der UPE eingegliedert, darunter auch ihre Heimatwelt Kaleeth, die später den menschlichen Namen Jalan erhielt.

Der Krieg hatte die militärischen Strukturen der Menschheit tiefgreifend verändert. Die UPE hatte ihre Streitkräfte massiv ausbauen, eine allgemeine Einberufung organisieren und zivile Industrien für die Kriegsproduktion mobilisieren müssen. Auch Veranstaltungen wie die spätere Invictus-Tradition entstanden aus dem Versuch der Navy, während des Krieges genügend Rekruten zu gewinnen und zu den Ausbildungszentren zu transportieren.

Politisch war der Kriegsgewinn ebenfalls folgenreich. Ivar Messer nutzte seine Popularität als Kriegsheld, stieg zum High-General auf und gewann noch 2546 erheblichen politischen Einfluss. Am 23. August desselben Jahres erschütterte das Atrocity at Jata die bereits verunsicherte UPE; im Dezember wurde Messer zum Prime Citizen gewählt. Diese Entwicklungen markieren den Übergang von der militärischen Nachkriegszeit zur späteren Messer-Ära.

Hinweis: Die offiziellen Quellen belegen das Ende des Ersten Tevarin-Krieges im Jahr 2546. Spätestens am 23. August 2546 war der Krieg bereits beendet, ein konkreter Tag oder Monat des Kriegsendes ist jedoch nicht überliefert. Der 1. Juli dient ausschließlich der chronologischen Sortierung.

Quellen:

CIG – Invictus Launch Week: A History

CIG – Galactapedia: Tevarin

CIG – The Path to Prime Citizen

Standoff in Hadur

07.11.2550

Nur wenige Jahre nach dem Ersten Tevarin-Krieg blieb die UEE-Führung überzeugt, dass die Xi'an eine erhebliche militärische Bedrohung darstellten. Imperator Ivar Messer ließ deshalb den experimentellen Langstreckenscanner TKL-2900 entwickeln, der der UEE einen technologischen Vorteil bei der Überwachung der Perry Line verschaffen sollte. Trotz Warnungen von Ingenieuren wurde das noch unzureichend getestete System nach Hadur verlegt.

Am 7. November 2550 aktivierte die Navy den Scanner nahe dem Baker-Sprungpunkt. Sein experimenteller Reaktor versagte und verursachte eine massive Explosion. Eine eintreffende UEE-Patrouille fand mehrere Xi'an-Schiffe vor, die das Trümmerfeld untersuchten. Nachdem diese Warnmanöver ignoriert hatten, gab Lieutenant Commander Polina Balmont Warnschüsse ab, worauf sich die Xi'an zunächst zurückzogen.

Beide Seiten zogen daraufhin erhebliche Kräfte im System zusammen. Admiral Hireche ließ sogar einen damals noch geheim gehaltenen Nautilus-Minenschichtkreuzer einsetzen und die UEE-Stellungen mit einem Minenfeld absichern. Eine große Xi'an-Flotte näherte sich, eröffnete jedoch nicht das Feuer. Stundenlang standen sich beide Seiten gegenüber, während UEE-Techniker die Trümmer des Scanners untersuchten.

Nachdem zwei Datenrekorder geborgen worden waren, befahl Hireche den geordneten Rückzug nach Baker. Die Untersuchung bestätigte später, dass der TKL-2900 durch einen internen technischen Defekt und nicht durch einen Xi'an-Angriff zerstört worden war. Der Standoff in Hadur endete damit ohne offene Schlacht, zeigte aber, wie schnell der Xi'an-Human Cold War in einen tatsächlichen Krieg hätte umschlagen können.

Quelle:

CIG – Standoff in Hadur

Die UEE Marines werden eigenständiger Militärzweig

01.07.2560

Während des Ersten Tevarin-Krieges hatten spezialisierte Angriffseinheiten, die späteren Marines, noch innerhalb der Kommandostruktur der UPE Army operiert. Die Erfahrungen der zahlreichen planetaren Gefechte zeigten jedoch, dass für Invasionen und besonders intensive Bodenoperationen stärker spezialisierte Strukturen notwendig waren.

Eine umfassende Quantum Obelisk Computer-Analyse von 2558 wertete die Infanterieoperationen des Tevarin-Krieges aus. Zu ihren wichtigsten Schlussfolgerungen gehörte die Empfehlung, die Advanced Special Operations beziehungsweise Marines aus der normalen Army-Hierarchie herauszulösen. Im Jahr 2560 wurden die UEE Marines daraufhin offiziell als eigenständiger Zweig der Streitkräfte etabliert.

Ihre zentrale Aufgabe wurde die planetare Invasion. Während Army und Navy ein breiteres Spektrum langfristiger militärischer Aufgaben übernahmen, wurden die Marines als hochspezialisierte Angriffskräfte für besonders intensive Kampfoperationen organisiert. Ihre späteren Basen auf Corin im Kilian-System entwickelten sich entsprechend zu wichtigen Ausbildungs- und Operationszentren.

Hinweis: Die Eigenständigkeit der UEE Marines ist für das Jahr 2560 belegt, ein konkreter Monat oder Kalendertag jedoch nicht. Der 1. Juli dient ausschließlich der chronologischen Sortierung innerhalb des belegten Jahres.

Quellen:

CIG – Writer's Guide: Part One