Projekt ENOS

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Project ENOS war die erste große, fortlaufende Story-Kampagne des Roleplay Universe und begleitete die beteiligten Charaktere über mehrere Jahre hinweg durch eine immer komplexer werdende Verschwörung.

Was zunächst mit dem Verschwinden von Xedan Thormento und einem chaotischen Zwischenfall auf Security Post Kareah begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer systemweiten Suche nach den Ursprüngen und Hintermännern einer geheimen Bio-Bot-Forschung. Die Spuren führten von microTech und Hurston über GrimHEX und Daymar bis hin zu Verbindungen nach Pyro. Dabei gerieten Organisationen, Söldner, Sicherheitskräfte, Ermittler und einzelne Freelancer immer tiefer in ein Netz aus manipulierten Aufträgen, verschwundenen Personen, geheimen Forschungsdaten und einflussreichen Interessen.

Diese Timeline zeichnet den roten Faden von Project ENOS nach – von den wissenschaftlichen Ursprüngen der Forschung über die vier Hauptkapitel der Kampagne bis zur Aufdeckung des Netzwerkes MACH und dem Ende seines Drahtziehers Aetherius.

Der Ursprung einer verbotenen Forschung

01.07.2947

Im Sommer 2947 erschüttert ein schwerer Zwischenfall eine private Forschungsanlage auf Clio, einem Mond von microTech. Bei einer unterirdischen Explosion kommen Professor Mobi und mehr als drei Dutzend Wissenschaftler ums Leben. Nur zwei schwer verletzte Sicherheitskräfte überleben zunächst – sterben jedoch später ebenfalls im Krankenhaus. Was genau in der Anlage erforscht wurde, bleibt unter Verschluss.

Professor Mobi galt als einer der führenden Köpfe auf dem Gebiet medizinischer Bio-Bot-Technologie. Öffentlich wird behauptet, seine Arbeiten hätten zuletzt auch Anwendungsmöglichkeiten im Bergbau untersucht. Im wissenschaftlichen Umfeld kommen daran früh Zweifel auf. Nach Mobis Tod verschwinden weitere Kollegen aus New Babbage, kündigen unerwartet ihre Stellen oder kommen bei vermeintlichen Unfällen ums Leben.

Damit beginnt Jahre vor den eigentlichen ENOS-Ereignissen ein Muster, das später immer wieder auftauchen wird: Forschungsergebnisse verschwinden, Beteiligte verstummen und offizielle Erklärungen hinterlassen mehr Fragen als Antworten.

Erst wesentlich später wird deutlich, dass Mobis Forschung nicht mit seinem Tod endete. Teile seiner Arbeit wurden weitergeführt und zu einer Technologie entwickelt, deren Möglichkeiten weit über medizinische Anwendungen hinausgehen.

Was im Sommer 2947 auf Clio geschah, bildet damit den wissenschaftlichen Ursprung dessen, was Jahre später unter dem Namen ENOS das Stanton-System erschüttern sollte.

Project Scopus und die mTx.1-Prototypen

15.07.2950

Drei Jahre nach Mobis Tod geraten andere geheime Entwicklungen von microTech ins Visier verschiedener Interessengruppen. Eine besondere Rolle spielen neuartige mTx.1-Prototypen – hochentwickelte Chips, die unter anderem mit Waffensystemen und automatisierter Zielsteuerung verbunden werden.

Exemplare verschwinden aus dem Einflussbereich von microTech und tauchen im Umfeld illegaler Geschäfte auf. Der Vorfall zieht Kreise, die weit über einen gewöhnlichen Technologiediebstahl hinausgehen. Piraten, Sicherheitskräfte, Konzernmitarbeiter und unabhängige Ermittler stoßen auf unterschiedliche Teile derselben Geschichte, ohne zunächst zu erkennen, wie sie miteinander zusammenhängen.

Einer der Namen, die immer wieder auftauchen, ist Xedan Thormento. Der junge Konzernmanager stammt aus einer einflussreichen Familie und war beruflich mit Projekten im Umfeld der neuen Technologie verbunden. Zugleich soll Thormento von weit größeren Plänen geträumt haben: einer engeren wirtschaftlichen Verbindung der vier großen Stanton-Konzerne zu einem mächtigen Sternenkonzern.

Als seine Karriere bei microTech ins Wanken gerät und das mTx.1-Projekt scheitert, wird aus dem ehrgeizigen Manager zunehmend ein Risiko für Menschen, deren Interessen noch niemand vollständig überblickt.

Zu diesem Zeitpunkt spricht noch niemand von ENOS. Doch mehrere Personen, Technologien und Machtstrukturen, die später eine zentrale Rolle spielen werden, bewegen sich bereits aufeinander zu.

Xedan Thormento will verschwinden

15.01.2951

Anfang 2951 hält Xedan Thormento den Druck nicht länger aus. Menschen aus seinem Umfeld verschwinden, fremde Personen tauchen in seiner Nähe auf und selbst in seinem privaten Apartment scheint er nicht mehr sicher zu sein. Er verlässt schließlich microTech und sucht nach einer Möglichkeit, vollständig aus dem System zu verschwinden.

Thormento wendet sich an Thane McMarshall, der eine diskrete Evakuierung organisieren soll. Gemeinsam entsteht ein Plan: Thormento soll auf Euterpe übernommen, aus dem microTech-System geschmuggelt und nach GrimHEX gebracht werden.

Für den eigentlichen Transport wird TYR eingebunden. Weil McMarshall und Thormento mit einer möglichen Entführung rechnen, werden zusätzlich die Helldiver als Rettungskräfte vorbereitet. Sollte während der Operation der Kontakt abbrechen oder Thormento gewaltsam verschleppt werden, soll ein vorbereiteter Notfallmechanismus greifen.

Noch glaubt ein Teil der Beteiligten, Thormentos Vergangenheit bei microTech und die mTx.1-Prototypen seien der Grund für seine Verfolgung. Andere haben bereits Hinweise darauf, dass sich hinter den Ereignissen etwas wesentlich Größeres verbirgt.

Thormentos Flucht soll eigentlich verhindern, dass er zwischen unbekannten Interessengruppen zerrieben wird. Stattdessen bringt sie genau jene Gruppen erstmals an denselben Ort.

Die Bühne für Project ENOS ist bereitet.

Das Chaos von Kareah

06.02.2951

Am 6. Februar 2951 beginnt die geplante Evakuierung Xedan Thormentos. Doch während TYR glaubt, einen bedrohten ehemaligen Konzernmanager aus dem System zu bringen, erhalten andere Gruppen unabhängig voneinander völlig andere Aufträge.

YellowHands Security wird von einem geheimnisvollen Auftraggeber namens Mr. Eris dazu gebracht, eine Zielperson auf Security Post Kareah festzusetzen. GBC erhält wiederum über eine Vermittlungsagentur den Auftrag, eben diese Person – Xedan Thormento – nach Kareah zu bringen. Keine der beteiligten Seiten kennt den vollständigen Plan.

Als Thormento, McMarshall und weitere Beteiligte nach Kareah gelangen, bricht die Kommunikation zusammen. Für die vorbereiteten Rettungskräfte sieht die Situation wie eine gewaltsame Geiselnahme aus. Code Umbra wird ausgelöst und die Helldiver greifen ein.

Was folgt, ist genau jene Eskalation, von der später vermutet wird, dass sie von Anfang an beabsichtigt war. Sicherheitskräfte, Söldner und Rettungsteams treffen aufeinander, ohne zu wissen, dass nahezu jede Seite manipuliert wurde. Im entstehenden Feuergefecht verliert niemand nur die taktische Kontrolle – auch die Wahrheit über die ursprünglichen Aufträge verschwindet im Chaos.

Mitten in der Auseinandersetzung wird Xedan angeschossen und von bislang unbekannten Kräften erneut entführt.

Zurück bleiben mehrere Gruppen, die zunächst einander verantwortlich machen. Erst als sie ihre Aufträge und Informationen vergleichen, erkennen sie das eigentliche Muster:

Jemand mit erheblichem Einfluss und finanziellen Mitteln hatte sie gezielt gegeneinander ausgespielt.

Project ENOS beginnt nicht mit einer Antwort, sondern mit einer sorgfältig inszenierten Katastrophe.

Hydra Talis und der Name ENOS

01.03.2951

Die Ereignisse von Kareah lassen die Beteiligten mit mehr Fragen als Antworten zurück. Niemand weiß, wer Xedan Thormento tatsächlich entführt hat oder warum so viele voneinander unabhängige Kräfte auf denselben Punkt gelenkt wurden.

Die Suche führt schließlich zu einem berüchtigten Reclaimer namens Hydra Talis. Thormento kann gefunden und befreit werden, doch die Hoffnung auf schnelle Antworten erfüllt sich nicht. Er befindet sich in einem schweren gesundheitlichen Zustand und fällt in ein langes Koma.

Während Thormento auf GrimHEX versorgt wird, beginnen verschiedene Beteiligte auf eigene Faust zu recherchieren. Dabei stoßen sie erstmals auf einen Begriff, der bis dahin nur in verstreuten Datenfragmenten auftauchte: ENOS.

Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass Professor Mobi mit einer biologischen Technologie experimentiert hatte, die an totem Vanduul-Material getestet worden sein könnte. Erkrankungsfälle und verschwundene Personen lassen die Vermutung entstehen, ENOS sei ein Biokampfstoff, möglicherweise ursprünglich für einen Einsatz gegen die Vanduul gedacht.

Doch schon jetzt passt nicht alles zu dieser Erklärung.

Eine zweite Spur führt zu Ignotus und Daston Rim. Die beiden scheinen über Informationen zu verfügen, die sie nicht offen übermitteln können oder wollen. Stattdessen hinterlassen sie rätselhafte Hinweise – Brotkrumen, die andere zu den Hintermännern führen sollen.

Damit bilden sich erstmals zwei erkennbare Seiten: Menschen, die versuchen ENOS aufzudecken – und eine unbekannte Macht, die offenbar bereit ist, Menschen zu manipulieren, verschwinden zu lassen oder gegeneinander auszuspielen, um das Projekt zu schützen.

Die Brotkrumen führen zur Renaissance

01.09.2951

In den Monaten nach Kareah entsteht aus den zunächst voneinander getrennten Ermittlungen langsam ein gemeinsames Bild.

Die Spur führt zu Eris, zur THIAGO Lobby, zur Blutroten Front und zu einer ganzen Reihe von Gruppen, die auf unterschiedliche Weise mit ENOS verbunden zu sein scheinen. Ob sie Drahtzieher, Profiteure oder selbst nur Werkzeuge sind, bleibt offen.

Von besonderem Interesse ist eine 890 Jump namens Renaissance. Eris tritt dort im Umfeld der THIAGO Lobby als Gastgeber auf. Gleichzeitig weisen Informationen darauf hin, dass ein wichtiges Forschungsfragment aus Professor Mobis Arbeit in einer von der Blutroten Front kontrollierten Sperrzone aufbewahrt wird.

Der Zugang zu diesen Daten ist jedoch geschützt.

Benötigt wird ein sogenannter Vital-Code, der unmittelbar an Eris' biologische Werte gekoppelt ist. Ohne diesen Schlüssel kann das Datendepot nicht rechtzeitig geöffnet werden.

Damit entsteht eine riskante Doppeloperation: Während sich ein Team auf die Renaissance einschleusen und Eris unter Kontrolle bringen soll, wartet eine zweite Gruppe darauf, mit dem gewonnenen Code in die Sperrzone einzudringen.

Das Ziel ist inzwischen größer als die Suche nach Thormento. Die Beteiligten wollen endlich beweisen, dass hinter Kareah eine organisierte Verschwörung steht – und herausfinden, was ENOS tatsächlich ist.

Operation Renaissance

16.10.2951

Am 16. Oktober 2951 beginnt die zweite große Operation von Project ENOS.

Während auf der luxuriösen Renaissance eine Veranstaltung der THIAGO Lobby stattfindet, haben sich Mitglieder verschiedener Gruppen bereits in deren Personal- und Sicherheitsstrukturen eingeschleust. Andere treten offiziell als Gäste auf. Nach außen soll der Abend wie eine gewöhnliche gesellschaftliche Veranstaltung wirken.

Das eigentliche Ziel ist Eris.

Sein Vital-Code ist der Schlüssel zu dem Forschungsarchiv, das die Gruppe aufspüren konnte. Damit die Operation gelingt, muss Eris unbemerkt von Bord gebracht und der Code aus seinen Vitaldaten extrahiert werden. Die Beteiligten versuchen dabei möglichst zu vermeiden, ihn zu töten – nicht zuletzt, weil er anschließend als Informationsquelle dienen könnte.

Der Plan besitzt jedoch ein enges Zeitfenster. Nach der Freigabe bleibt der Vital-Code nur für kurze Zeit verwendbar. Sobald er entschlüsselt ist, muss er unmittelbar an die Kräfte weitergegeben werden, die bereits auf den Zugriff auf das ENOS-Datendepot warten.

Damit laufen zwei Operationen parallel: gesellschaftliche Tarnung und Entführung auf der Renaissance auf der einen, ein militärischer Zugriff auf hochgesicherte Forschungsdaten auf der anderen Seite.

Die Aktion gelingt weit genug, um den benötigten Schlüssel zu gewinnen.

Nach Monaten voller Rätsel haben die Ermittler damit zum ersten Mal direkten Zugriff auf die wissenschaftlichen Grundlagen von ENOS.

Umberia – Was ENOS wirklich ist

17.10.2951

Mit Eris' Vital-Code beginnt der zweite Teil der Operation.

Die von der Blutroten Front kontrollierte Sperrzone wird angegriffen, damit ein kleines Team Zugang zum geschützten Datendepot erhält. Trotz erheblicher Zerstörungen können Forschungsfragmente gesichert und ausgewertet werden.

Was die Gruppe dort findet, verändert die gesamte Wahrnehmung von Project ENOS.

Die Technologie ist weit mehr als ein gewöhnlicher Biokampfstoff. Die Daten beschreiben programmierbare Bio-Bots, biologische Speicherung und Versuche, menschliche Körper gezielt zu verändern. Besonders verstörend sind Hinweise auf Experimente mit Material aus Vanduul-Körpern sowie auf den Versuch, Menschen widerstandsfähiger zu machen oder sogar neue Varianten des Menschen zu erschaffen.

Auch Xedan Thormento taucht in den Forschungsdaten auf. Mehrere Imprints seiner Person sollen mit einer ENOS-Variante erzeugt worden sein. Andere Datensätze deuten darauf hin, dass selbst menschliche Identität, Erinnerung und biologische Rekonstruktion Teil der Forschung geworden sind.

Damit zerbricht die bisherige Vorstellung einer simplen Biowaffe.

ENOS kann offenbar heilen, verändern, speichern – und kontrollieren.

Noch entscheidender ist eine weitere Information: Nach Mobis Tod wurde die Forschung nicht eingestellt. Sein Partner Professor Usagi soll Teile des Projektes übernommen und nach Pyro verlagert haben.

Die Ermittler haben erstmals Beweise in der Hand. Gleichzeitig erkennen sie, dass sie bislang lediglich den Stanton-Teil eines wesentlich größeren Projektes gesehen haben.

Beweise ohne Konsequenzen

2952

Die Daten aus der Sperrzone verändern die Lage – allerdings anders, als viele Beteiligte gehofft hatten.

Sie reichen aus, um einen großen Teil der Vorwürfe gegen jene Gruppen zu entkräften, die beim Kareah-Zwischenfall beteiligt waren. Die Ermittlungen der Behörden gegen TYR, YellowHands und andere Beteiligte verlieren damit ihre Grundlage.

Eine öffentliche Großuntersuchung der ENOS-Forschung folgt jedoch nicht.

Die gesicherten Daten werden von offiziellen Stellen übernommen, danach wird es auffällig ruhig. Weder eine umfassende Fahndung nach Professor Usagi noch eine öffentliche Untersuchung der Bio-Bot-Forschung wird bekannt. Für Außenstehende bleibt unklar, ob die Daten als unglaubwürdig eingestuft wurden, ob Ermittlungen im Geheimen laufen – oder ob einflussreiche Kräfte dafür sorgen, dass die Angelegenheit verschwindet.

Für die Beteiligten ist diese Entwicklung besonders frustrierend. Sie haben Menschen verloren, sind manipuliert worden und haben militärische Operationen riskiert, um endlich Beweise zu beschaffen. Nun scheint genau jene Wahrheit wieder in Akten und Datenbanken zu verschwinden.

Trotzdem verändert sich die Situation grundlegend: Die Namen Eris, THIAGO und Blutrote Front sind nicht länger das Ende der Spur.

Professor Usagi ist zum neuen Ziel geworden.

Und irgendwo jenseits von Stanton soll die Forschung weiterlaufen.

Das Rätsel von Usagi

02.12.2952

Am 2. Dezember 2952 beginnt Kapitel 3 von Project ENOS. Dieses Mal existiert nicht nur eine einzelne Operation. Mehrere voneinander unabhängige Storylines verfolgen unterschiedliche Ziele, die sich erst nach und nach miteinander verbinden.

Im Zentrum steht Professor Usagi.

Hinweise deuten darauf hin, dass Mobi und Usagi einen alten Kommunikationsweg genutzt haben, um Daten zwischen Stanton und Pyro auszutauschen. Ein Zugang zu dieser Verbindung könnte offenlegen, wohin Usagi verschwunden ist und wie Menschen, Forschungsmaterial und Informationen das Stanton-System verlassen.

Parallel dazu sucht die einflussreiche Familie Abendroth nach ihrer verschwundenen Tochter Mariette. Was zunächst wie eine persönliche Angelegenheit einer wohlhabenden Familie erscheint, beginnt sich mit den ENOS-Ermittlungen zu überschneiden.

Andere Gruppen verfolgen Informanten, infiltrieren Datenzentren oder suchen Personen, die angeblich direkten Kontakt zu Usagis Netzwerk besitzen.

Damit wiederholt sich auf andere Weise das Muster des ersten Kapitels: Verschiedene Gruppen bewegen sich aus unterschiedlichen Gründen auf dasselbe Ziel zu, ohne zunächst zu wissen, dass ihre Geschichten zusammengehören.

Dieses Mal ist jedoch ein entscheidender Unterschied vorhanden.

Die Beteiligten wissen bereits, dass jemand versucht, sie zu manipulieren – und sie beginnen, Informationen aktiv miteinander zu teilen.

Ivory – Die Spuren laufen zusammen

09.12.2952

Die voneinander unabhängigen Ermittlungen führen schließlich nach Ivory, einer abgelegenen Schrottsiedlung auf Hurston.

Dort treffen mehrere Gruppen aufeinander, die ursprünglich aus völlig unterschiedlichen Gründen unterwegs waren. TYR verfolgt die Spur zu Usagis Kommunikationsnetz. Andere suchen nach Mariette Abendroth oder nach Personen, die mit ENOS in Verbindung stehen. Wieder andere sind durch scheinbar gewöhnliche Aufträge nach Ivory gelangt.

Die Lage eskaliert zunächst. Bewaffnete Kräfte des örtlichen Schrottplatzes betrachten die Neuankömmlinge nicht gerade als willkommene Gäste. Erst nach Auseinandersetzungen und Verhandlungen gelingt es, Zugang zu den entscheidenden Informationen zu erhalten.

Was dort gefunden wird, verbindet die bislang getrennten Ermittlungen.

Die alte Kommunikationsstruktur zwischen Stanton und Pyro lässt sich rekonstruieren. Gleichzeitig tauchen Namen von Menschen auf, die im Umfeld der ENOS-Forschung verschwunden sind oder als mögliche Versuchspersonen gelten. Unter ihnen befindet sich Mariette Abendroth.

Damit gewinnt die Pyro-Spur eine neue Bedeutung.

Bislang war das System vor allem als vermuteter Standort von Professor Usagis Forschung betrachtet worden. Nun deutet vieles darauf hin, dass es eine regelrechte Pipeline gibt: Menschen werden in Stanton ausgewählt oder entführt und anschließend in Richtung Pyro weitertransportiert.

Project ENOS ist damit nicht mehr nur eine Forschungsverschwörung.

Hinter den Daten stehen reale Opfer.

MACH tritt aus dem Schatten

10.12.2953

Fast ein Jahr später kehrt ENOS mit einer neuen Spur zurück.

Kjeld Stormarnson und Thane McMarshall stoßen auf die 600i von Emyr Thormento, Xedans Vater. Das Schiff liegt zerstört auf Daymar. Die Szene im Inneren ist weniger ein Unfallort als eine Warnung.

An Bord werden die Überreste von Emyr Thormento, Daston Rim und Ignotus gefunden. Besonders die Art, wie die Toten zurückgelassen wurden, wirkt wie eine bewusste Botschaft an jeden, der den Hintermännern von ENOS zu nahekommt.

Der Fund bestätigt zugleich einen Verdacht, der seit den ersten Rätseln bestanden hatte: Ignotus hatte tatsächlich versucht, den Kreis hinter ENOS aufzudecken. Seine kryptischen Hinweise waren keine Spielerei, sondern eine Möglichkeit, Informationen weiterzugeben, ohne die gesamte Verschwörung unmittelbar auf sich aufmerksam zu machen.

In den Überresten findet sich schließlich der Name eines Netzwerkes: MACH.

Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich um einen Zirkel einflussreicher Personen aus Wirtschaft, Forschung und weiteren Machtbereichen. Der Name verweist auf die vier Megakonzerne des Stanton-Systems: microTech, ArcCorp, Crusader und Hurston.

Damit verändert sich das Bild erneut.

THIAGO, die Blutrote Front und andere bisher verfolgte Gruppierungen erscheinen zunehmend als vorgelagerte Akteure. Hinter ihnen könnte ein wesentlich mächtigeres Netzwerk stehen.

Zugleich rückt ein weiterer Fund ins Zentrum: eine hochgradig verschlüsselte Black Data.

Sollte sie entschlüsselt werden können, könnte sie Ignotus' letztes Vermächtnis enthalten.

Harpers Point – ENOS wird zum Heilmittel

13.01.2954

Anfang 2954 erreicht Project ENOS eine neue Phase.

In Harpers Point soll die Technologie erstmals öffentlich als medizinisches Verfahren präsentiert werden. Nach Jahren voller Gerüchte über Biowaffen, Menschenversuche und programmierbare Organismen tritt ENOS plötzlich unter einem völlig anderen Vorzeichen auf:

als potenzielles Allheilmittel.

Für die Gegner der Forschung ist genau das besonders gefährlich. Eine öffentlich erfolgreiche Demonstration könnte ENOS gesellschaftliche Akzeptanz verschaffen und eine Verbreitung ermöglichen, die sich anschließend kaum noch kontrollieren ließe.

Mehrere Gruppen bewegen sich gleichzeitig nach Harpers Point. Die Familie Abendroth unterstützt Teile der dortigen Vorgänge. John Brubacker, der sich zuvor kritisch mit ENOS beschäftigt hatte, verschwindet zeitweise. Andere Kräfte beobachten die öffentliche Vorführung oder bereiten eine Intervention vor.

Zero Sense erhält den Codenamen Crypto. Sein Auftrag besteht darin, einen Zentralcomputer zu erreichen und das Programm Immortalitas abzuschalten. Nach den vorliegenden Informationen soll damit auch die zugehörige ENOS-Bio-Bot-Struktur deaktiviert werden.

Doch Harpers Point wird erneut zum Sammelpunkt konkurrierender Interessen. Sicherheitskräfte, Söldner, Beobachter und ENOS-Gegner verfolgen unterschiedliche Ziele. Misstrauen und fehlende Informationen erschweren jede Koordination.

Entscheidend ist schließlich weniger, was im Hintergrund geschieht, sondern was nach außen sichtbar bleibt:

Die medizinische Anwendung von ENOS kann als Erfolg dargestellt werden.

Aus einer verbotenen Forschung ist damit erstmals ein Produkt geworden, das öffentlich legitimiert werden könnte.

Die Black Data wird geöffnet

07.02.2954

Die Black Data aus Ignotus' Umfeld stellt die Ermittler vor ein anderes Problem als frühere ENOS-Daten.

Sie lässt sich nicht einfach auslesen.

Der Datensatz ist mit einem komplexen, sich ständig verändernden Code geschützt. Wochenlang wird versucht, Zugriff zu erhalten. In dieser Zeit wechseln Besitz und Zugriffsmöglichkeiten, während verschiedene Personen und Gruppen jeweils eigene Interessen an den enthaltenen Informationen besitzen.

Als die Daten schließlich geöffnet werden können, ist die erste Reaktion ernüchternd.

Es findet sich kein einzelnes Dokument, das sämtliche Mitglieder des Netzwerkes benennt und Project ENOS mit einem Schlag beweist. Stattdessen erhalten die Ermittler ein weiteres Bündel aus Hinweisen und Verbindungen.

Eine davon betrifft die öffentliche Geschichte um den Zariska-Virus. Die Daten legen nahe, dass die Erkrankung beziehungsweise ihr Zusammenhang mit ENOS genutzt wurde, um die heilende Wirkung der Bio-Bot-Technologie glaubwürdig erscheinen zu lassen. Damit bekommt auch die öffentliche Vorführung von Harpers Point einen neuen Kontext.

Weitere Informationen verstärken zugleich den Verdacht, dass Strukturen im Umfeld von microTech tiefer in ENOS eingebunden sind, als bislang sichtbar war.

Und wieder führt eine Spur nach Pyro.

Die Black Data beendet die Ermittlungen deshalb nicht.

Sie erfüllt eine andere Funktion: Sie verschiebt den Fokus endgültig von den bekannten Handlangern hin zu der Organisation, die hinter ihnen steht.

Die nächste Frage lautet nicht mehr: Wer arbeitet für ENOS?

Sondern:

Wer kontrolliert MACH?

Aetherius

16.03.2954

Nach drei Jahren voller Mittelsmänner, Tarnorganisationen und absichtlich gelegter falscher Spuren bekommt die Verschwörung erstmals ein Gesicht.

Der Name lautet Aetherius.

Die letzten Hinweise von Ignotus führen zu dem Mann, der offenbar an der Spitze von MACH steht. Spätere Erkenntnisse identifizieren ihn als Arthu Esei und als Halbbruder von Ignotus.

Damit erklärt sich ein Teil der merkwürdigen Informationslage der vergangenen Jahre.

Ignotus kannte die Organisation offensichtlich nicht nur von außen. Er besaß Zugang zu ihrem inneren Gefüge und versuchte offenbar, MACH zu Fall zu bringen, ohne selbst frühzeitig entdeckt zu werden. Seine Rätsel und verschlüsselten Hinweise sollten andere Schritt für Schritt zu den entscheidenden Informationen führen.

Aetherius verfolgt dagegen ein vollkommen anderes Ziel.

Nach den gewonnenen Erkenntnissen geht es ihm nicht lediglich darum, ENOS als militärische Technologie zu verkaufen. Er versucht, die Strukturen von MACH selbst zu kontrollieren und ENOS als Werkzeug zur Machtgewinnung einzusetzen.

Die zahlreichen Gruppen, die während der vergangenen Jahre verfolgt wurden – THIAGO, Forgotten 15, Versipellis Sica und andere – erscheinen dadurch in einem neuen Licht. Viele waren gefährlich, einige handelten aus eigenem Interesse, doch sie bildeten nicht das Zentrum des Systems.

Aetherius und MACH stehen darüber.

Zum ersten Mal ist nicht nur bekannt, dass eine Verschwörung existiert.

Es ist bekannt, wohin der letzte Angriff führen muss.

Pandora's Box – Der Fall von MACH

28.04.2954

Der letzte Hinweis von Ignotus führt zu einem privaten Bunker von Aetherius auf microTech.

Dort vermuten die Ermittler nicht nur Beweismittel über MACH. Im Bunker soll sich auch Aetherius' gespeicherter Imprint befinden – seine Möglichkeit, den eigenen Tod zu überstehen.

Der Zugriff gelingt.

Mit Ignotus' hinterlassenen Zugangsdaten können die gesicherten Systeme geöffnet werden. Was darin gespeichert ist, bestätigt viele der schlimmsten Vermutungen der vergangenen Jahre.

ENOS besteht aus organisch programmierbaren Bio-Bots, die mit biologischem Material verschiedener Spezies kombiniert wurden. Die Technologie war nicht allein für Heilung oder körperliche Anpassung vorgesehen. Sie konnte auch eingesetzt werden, um Menschen zu beeinflussen und gezielt zu programmieren.

Besonders schwer wiegen Hinweise auf Gefangene in Klescher, denen bereits ENOS-Bio-Bots verabreicht worden waren. Sie sollten als sogenannte Schläfer funktionieren – Menschen, die aktiviert und für bestimmte Aufgaben eingesetzt werden konnten.

Parallel dazu war vorgesehen, ENOS öffentlich als medizinisches Wundermittel zu etablieren. Eine möglichst breite Verbreitung hätte dem Netzwerk eine Infrastruktur verschafft, die weit über einzelne geheime Experimente hinausgegangen wäre.

Im Bunker finden die Ermittler endlich die Beweismittel, die ihnen über Jahre gefehlt haben. Sie sichern die Daten und löschen Aetherius' Imprint.

Anschließend führt die Spur nach Crusader.

Auf Prospect Point wird Aetherius gestellt. Noch glaubt er offenbar, dass der Tod für ihn lediglich einen weiteren Übergang darstellt. Er springt von der Plattform in die Tiefe.

Was er nicht weiß:

Seine digitale Rückkehrmöglichkeit existiert nicht mehr.

Mit Aetherius verliert MACH seinen entscheidenden Kopf. Zugleich gelangen erstmals genügend Informationen nach außen, um gegen weitere Beteiligte vorgehen zu können.

Nach mehr als drei Jahren endet die Jagd auf den Drahtzieher von Project ENOS.

Nachspiel – ENOS bleibt in der Welt

06.06.2954

Mit dem Tod von Aetherius bricht die zentrale Struktur von MACH zusammen.

Die gesicherten Daten ermöglichen es, weitere Mitglieder und Unterstützer des Netzwerkes ins Visier zu nehmen. Personen, die bislang hinter Konzernpositionen, Sicherheitsapparaten oder anderen Institutionen geschützt waren, können nun offiziell untersucht werden. Auch die Öffentlichkeit erhält erstmals einen wesentlich umfassenderen Einblick in die Vorgänge rund um ENOS.

Doch der Sieg bleibt unvollständig.

Professor Usagi befindet sich weiterhin im Pyro-System. Menschen, die im Verlauf der Forschung dorthin verschleppt wurden, sind nicht automatisch befreit. Niemand kann mit Sicherheit sagen, welche Einrichtungen dort noch existieren, welche ENOS-Varianten bereits entwickelt wurden oder wie viele Versuchspersonen betroffen sind.

Bekannt ist lediglich, dass Usagis Forschung offenbar finanziell und logistisch von MACH abhängig war.

Nach dem Zusammenbruch des Netzwerkes wird deshalb der Kommunikationsverkehr am Pyro-Sprungpunkt beobachtet. Tage lang können keine Übertragungen festgestellt werden, die auf weitere Unterstützung für ENOS hindeuten.

Die Versorgung aus Stanton scheint versiegt zu sein.

Damit endet der Konflikt für jene, die seit Kareah den Brotkrumen von Ignotus gefolgt sind.

Doch eine wesentliche Tatsache lässt sich nicht rückgängig machen.

ENOS existiert.

Die Technologie kann Krankheiten behandeln und Körper verändern. Sie kann biologische Eigenschaften speichern oder manipulieren. Und in den falschen Händen kann sie Menschen zu Werkzeugen machen.

MACH ist handlungsunfähig. Aetherius ist tot. Die unmittelbare Verschwörung wurde offengelegt.

Aber das Wissen selbst kann nicht mehr aus der Welt geschafft werden.

Project ENOS endet deshalb nicht mit der vollständigen Vernichtung seiner Technologie, sondern mit einer wesentlich unbequemeren Erkenntnis:

ENOS ist nun Teil des 'Verse.

Für die Ermittler ist die Geschichte abgeschlossen.

Für Professor Usagi, die verschwundenen Versuchspersonen und mögliche zukünftige Nutzer der Technologie möglicherweise noch lange nicht.