- Vorname:
- Osiris
- Nachname:
- Van Schattenwurzel
- Größe
- 183
- Haarfarbe
- Blond
- Augenfarbe
- Grün blau
- Sozialer Status
- Citizen
- Heimatssystem:
- Stanton
- Geburtsdatum:
- 29.10
- Geburtsort:
- Hurston
- Beruf(e):
- Gelegenheitsarbeiter / Runner in Randzonen (Syndikate & Clubs)
* Sicherheits- & Transporthilfskraft (zivile Aufträge)
* Rekrut der United Empire of Earth
* Spezialausbildung (Präzisionsschütze / Overwatch)
* Aktiver Operator (kleine taktische Einheiten)
* Unehrenhaft außer Dienst gestellt
* Freelancer Operator (aktuell) - Merkmale:
- Merkmale * Verbirgt konsequent sein Gesicht (Helm / Maske) * Meidet Kameras, Aufzeichnungen und Identifikation * Ruhiges, kontrolliertes Auftreten – kaum impulsiv * Analysierender Blick, wirkt ständig am Auswerten seiner Umgebung * Spricht wenig, formuliert präzise und ohne unnötige Worte * Tiefe, ruhige Stimme mit klarer Betonung * Bevorzugt Distanz zu anderen, hält bewusst persönlichen Abstand * Bewegungen effizient, zielgerichtet und ohne Verschwendung von Energie * Reagiert schnell, aber nie hektisch * Zeigt kaum sichtbare Emotionen, selbst in Stresssituationen * Beobachtet zuerst, handelt danach * Hat ein starkes Gespür für Gefahr und Veränderungen in der Umgebung * Wirkt auf Fremde kühl oder unnahbar * Hält sich meist im Hintergrund, übernimmt aber Kontrolle, wenn nötig * Misstraut unbekannten Personen grundsätzlich * Achtet stark auf Fluchtwege und Positionierung * Vermeidet unnötige Aufmerksamkeit oder offene Konfrontationen
- Handle:
- Osiris_van_Schattenwurzel
- Link zum Logbuch:
- sc-kantine.de/blog/blog-entry-…-buch-der-entscheidungen/
Osiris van Schattenwurzel wurde am 29.10. in den äußeren Randbezirken von Hurston geboren, einem Planeten im Stanton-System unter der Kontrolle von Hurston Dynamics. Offiziell gehörte das Gebiet zur industriellen Infrastruktur des Konzerns, tatsächlich jedoch war die Kontrolle dort lückenhaft.
Die Randzonen waren geprägt von einem Nebeneinander aus Konzernmacht, privaten Sicherheitskräften und lokalen Gruppierungen, die ihre eigenen Regeln durchsetzten. Syndikate, clubähnliche Organisationen und paramilitärische Strukturen kontrollierten einzelne Bezirke, während offizielle Autoritäten meist nur punktuell präsent waren.
Osiris wuchs genau in diesem Spannungsfeld auf.
Seine Familie lebte nicht im offenen kriminellen Bereich, bewegte sich jedoch ständig in dessen Nähe. Sie arbeiteten in technischen und infrastrukturellen Bereichen – Wartung, Reparatur, einfache Sicherungsaufgaben. Tätigkeiten, die notwendig waren, aber kaum Schutz boten. Dadurch hatte Osiris schon früh Kontakt zu verschiedenen Gruppen, die Einfluss auf diese Gebiete ausübten.
Seine Kindheit war weniger von direkter Gewalt geprägt als von ständiger Präsenz von Gewalt. Auseinandersetzungen, Machtverschiebungen und Konflikte gehörten zum Alltag. Es war normal, dass sich Zuständigkeiten über Nacht änderten, dass bekannte Gesichter plötzlich verschwanden oder neue auftauchten.
Schon in jungen Jahren begann Osiris, diese Umgebung nicht nur wahrzunehmen, sondern zu verstehen.
Während andere Kinder in solchen Verhältnissen entweder angepasst wurden oder Teil der Strukturen wurden, entwickelte er eine beobachtende Distanz. Er verbrachte viel Zeit damit, Bewegungen und Abläufe zu verfolgen:
wann Patrouillen stattfanden, wie Gruppen miteinander interagierten, welche Bereiche sicher waren und welche nicht.
Er lernte früh, sich unauffällig zu bewegen.
Nicht durch aktives Verstecken, sondern durch Anpassung. Er wusste, wann er präsent sein musste und wann nicht, wann er sprechen konnte und wann Schweigen die bessere Option war. Diese Fähigkeit machte ihn für andere schwer einschätzbar – und damit schwer greifbar.
Mit zunehmendem Alter kam er immer häufiger in Kontakt mit lokalen Gruppierungen. Zunächst indirekt, später auch direkt. Kleine Aufgaben wie Botengänge, einfache Transporte oder das Beobachten bestimmter Bereiche gehörten zu den ersten Tätigkeiten, die ihm übertragen wurden.
Diese Arbeiten waren nicht offiziell organisiert, sondern Teil des alltäglichen Systems dieser Randzonen. Sie dienten weniger dem Aufbau von Loyalität als vielmehr der Funktionalität: Wer nützlich war, wurde eingesetzt.
Osiris erfüllte diese Aufgaben zuverlässig, ohne sich jedoch einer bestimmten Gruppe anzuschließen. Genau das unterschied ihn von vielen anderen in seinem Umfeld. Während Gleichaltrige oft früh in feste Strukturen eingebunden wurden, hielt er bewusst Abstand.
Er nutzte die Nähe zu diesen Gruppen, um zu lernen.
Er beobachtete, wie Entscheidungen getroffen wurden, wie Hierarchien funktionierten und vor allem, wo ihre Schwächen lagen. Viele dieser Strukturen wirkten nach außen organisiert, waren intern jedoch von Instabilität geprägt: Machtkämpfe, impulsive Entscheidungen und fehlende langfristige Planung.
Diese Erkenntnis prägte sein Verständnis von Kontrolle.
Für Osiris bedeutete Kontrolle nicht Lautstärke oder Gewalt, sondern Übersicht und Timing. Er begann zu erkennen, dass diejenigen, die im Hintergrund agierten und Situationen früh erkannten, oft mehr Einfluss hatten als diejenigen, die sichtbar führten.
Sein familiäres Umfeld blieb dabei konstant, aber distanziert. Es gab keine starke emotionale Bindung, sondern eher ein funktionales Zusammenleben. Jeder erfüllte seine Rolle, ohne sich vollständig aufeinander zu verlassen. Vertrauen war vorhanden, aber begrenzt – eine Spiegelung der Umgebung, in der sie lebten.
Mit etwa 13 bis 14 Jahren hatte Osiris bereits ein deutlich ausgeprägtes Verständnis für seine Umwelt. Er wusste, welche Wege sicher waren, welche Personen Einfluss hatten und welche Situationen eskalieren konnten, bevor es sichtbar wurde.
Er begann, Risiken bewusster zu vermeiden und Entscheidungen strategischer zu treffen.
Gleichzeitig wurde ihm klar, dass die Strukturen, in denen er aufgewachsen war, zwar kurzfristig funktionierten, aber langfristig keine Stabilität boten. Macht wechselte zu schnell, Loyalitäten waren zu unsicher, und Fehler hatten meist endgültige Konsequenzen.
Diese Erkenntnis legte den Grundstein für seine spätere Entscheidung.
Noch bevor er aktiv versuchte, dieses Umfeld zu verlassen, begann er innerlich Abstand dazu aufzubauen. Er war Teil dieser Welt – aber nicht mehr von ihr abhängig.
Seine Kindheit endete nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch einen schleichenden Übergang:
vom Beobachter zum bewussten Entscheider.
Zu dem Zeitpunkt, an dem andere begannen, sich endgültig an eine Seite zu binden, hatte Osiris bereits verstanden, dass er einen anderen Weg gehen musste.
Und genau diese Erkenntnis führte später zu seinem Eintritt in die United Empire of Earth.
Mit etwa 15 Jahren hatte Osiris die Strukturen seiner Umgebung nicht nur verstanden, sondern begonnen, sie aktiv zu nutzen. Die Randzonen von Hurston blieben instabil, doch für ihn waren sie längst kein unübersichtliches Chaos mehr, sondern ein System aus wiederkehrenden Mustern.
In dieser Phase nahm seine Beteiligung an lokalen Aktivitäten zu.
Er übernahm regelmäßig kleinere Aufträge für unterschiedliche Gruppierungen – meist unauffällige Tätigkeiten wie Transporte, Nachrichtenübermittlung oder das Beobachten bestimmter Bereiche. Es waren keine hochrangigen Aufgaben, aber sie verschafften ihm Einblick in Abläufe, Entscheidungsprozesse und interne Spannungen zwischen den einzelnen Gruppen.
Wichtig war dabei:
Er arbeitete mit, aber nie für jemanden.
Osiris vermied es bewusst, sich einer Organisation fest anzuschließen. Während viele Gleichaltrige in feste Strukturen eingebunden wurden – oft aus Mangel an Alternativen – hielt er sich flexibel. Diese Unabhängigkeit machte ihn für einige interessant, für andere verdächtig, aber insgesamt schwer einzuordnen.
Mit der Zeit wurde er zuverlässiger, effizienter und vor allem vorsichtiger.
Er begann, Aufträge nicht nur auszuführen, sondern zu bewerten. Risiken wurden kalkuliert, Wege optimiert, Kontakte selektiert. Er nahm nicht mehr alles an, sondern entschied gezielt, was sich lohnte und was nicht.
Dabei fiel ihm zunehmend auf, dass viele der Gruppen, mit denen er zu tun hatte, an denselben Problemen litten:
- kurzfristiges Denken
- interne Machtkämpfe
- fehlende Struktur
- emotionale statt rationale Entscheidungen
Selbst größere Syndikate oder PMC-ähnliche Organisationen wirkten auf ihn oft wie instabile Konstrukte, die nur durch Druck und Angst zusammengehalten wurden.
Parallel dazu nahm auch der Einfluss von Hurston Dynamics in bestimmten Bereichen wieder zu. Sicherheitskräfte wurden verstärkt eingesetzt, einzelne Bezirke stärker kontrolliert, während andere weiterhin sich selbst überlassen blieben.
Osiris geriet dadurch zunehmend zwischen zwei Systeme:
- der unkontrollierten, aber vertrauten Welt der Randzonen
- und der strukturierten, aber distanzierten Ordnung des Konzerns
Keines von beiden überzeugte ihn vollständig.
Der Wendepunkt kam nicht durch ein einzelnes dramatisches Ereignis, sondern durch eine Reihe von Erfahrungen, die sich immer weiter verdichteten.
Ein Auftrag lief schief, weil Informationen zurückgehalten wurden.
Eine Gruppe zerfiel innerhalb weniger Tage durch interne Konflikte.
Eine Entscheidung wurde getroffen, die mehrere Unbeteiligte gefährdete – ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen.
Solche Situationen waren nicht außergewöhnlich, aber für Osiris wurden sie zu einem Muster.
Er begann zu verstehen, dass die Welt, in der er aufgewachsen war, zwar Freiheit bot – aber keine Verlässlichkeit. Entscheidungen waren oft unberechenbar, und selbst gute Planung konnte durch das Verhalten anderer zunichte gemacht werden.
Gleichzeitig erkannte er, dass reine Unabhängigkeit ebenfalls Grenzen hatte. Ohne Struktur blieb man immer reaktiv, nie wirklich in Kontrolle.
Mit etwa 16 begann sich sein Fokus zu verändern.
Er suchte nicht mehr nur nach Möglichkeiten innerhalb seines Umfelds, sondern nach einem Weg außerhalb davon. Dabei ging es ihm nicht um Moral oder Ideologie, sondern um Effizienz und Stabilität.
In dieser Phase kam er erstmals bewusst mit militärischen Strukturen der United Empire of Earth in Kontakt. Nicht direkt als Teil davon, sondern durch Präsenz, Rekrutierung und vereinzelte Operationen in den Randgebieten.
Was ihm dort auffiel, war nicht die Macht – sondern die Organisation.
Klare Befehlsketten.
Planbare Abläufe.
Strukturen, die unabhängig von einzelnen Personen funktionierten.
Für viele in seinem Umfeld war die UEE ein Gegner oder zumindest ein Fremdkörper. Für Osiris war sie etwas anderes: eine Alternative.
Mit 17 traf er schließlich eine Entscheidung, die aus Sicht seiner bisherigen Umgebung ungewöhnlich war.
Er verließ die Randzonen von Hurston und meldete sich bei der United Empire of Earth.
Nicht, weil er an das System glaubte.
Sondern weil er wissen wollte, ob Kontrolle dort wirklich existierte –
oder nur besser organisiert war.
Dieser Schritt markierte das Ende seiner Jugend und den Übergang in eine völlig neue Phase seines Lebens.
Als Osiris sich mit 17 bei den Streitkräften der United Empire of Earth meldete, traf er auf eine Welt, die sich fundamental von allem unterschied, was er bisher kannte – und gleichzeitig vertrauter war, als er erwartet hatte.
Die Grundausbildung war hart, aber nicht wegen der körperlichen Belastung allein. Entscheidend war die Umstellung: feste Abläufe, klare Befehlsketten und ein System, das nicht von einzelnen Personen, sondern von Struktur getragen wurde. Für viele Rekruten bedeutete das Anpassung. Für Osiris war es eher eine Fokussierung dessen, was er bereits gelernt hatte.
Disziplin war für ihn nichts Neues – nur konsequenter umgesetzt.
Er fiel früh auf, allerdings nicht im klassischen Sinne. Er war weder besonders laut noch suchte er Aufmerksamkeit. Stattdessen arbeitete er präzise, machte wenig Fehler und zeigte eine ungewöhnliche Ruhe unter Druck. Während andere in Stresssituationen schneller wurden, wurde er kontrollierter.
Seine Ausbilder bemerkten schnell, dass seine Stärken nicht im direkten Sturm lagen, sondern in der Beobachtung und im Timing. Er reagierte nicht impulsiv, sondern berechnet. Entscheidungen traf er nicht schnell – sondern richtig.
Nach der Grundausbildung wurde er entsprechend weitergeleitet.
Die Spezialisierung auf Präzisionsschützen und Overwatch war keine zufällige Zuweisung, sondern das Ergebnis seiner bisherigen Leistungen. In dieser Phase wurde seine Ausbildung deutlich intensiver. Es ging nicht mehr nur um Treffgenauigkeit, sondern um Verständnis:
Positionierung.
Distanz.
Winkel.
Geduld.
Er lernte, dass ein Schuss nur der letzte Schritt ist – nicht der wichtigste.
Ein Großteil der Ausbildung bestand aus Beobachtung und Auswertung. Ziele wurden nicht einfach bekämpft, sondern analysiert. Bewegungsmuster, Verhalten, Reaktionen. Osiris entwickelte dabei eine Fähigkeit, die ihn später auszeichnen sollte: Er erkannte Situationen, bevor sie eskalierten.
Parallel dazu wurde er in taktische Abläufe kleiner Einheiten eingebunden. Overwatch bedeutete nicht nur Distanz, sondern Verantwortung. Er war nicht mehr nur Schütze, sondern Teil der Entscheidungsstruktur. Seine Aufgabe war es, das Gesamtbild zu behalten, während andere sich auf ihre unmittelbare Umgebung konzentrierten.
Mit etwa 18 Jahren wurde er erstmals in reale Einsätze integriert.
Diese Missionen waren zunächst kontrolliert und klar strukturiert: Sicherung von Bereichen, Unterstützung anderer Einheiten, Aufklärung. Für Osiris war der Unterschied zur Ausbildung gering – er hatte bereits gelernt, sich nicht von der Situation selbst beeinflussen zu lassen.
Was sich jedoch veränderte, war die Konsequenz.
Fehler waren nicht mehr Teil des Trainings, sondern hatten reale Auswirkungen.
Osiris machte wenige davon.
Seine Rolle entwickelte sich schnell weiter. Innerhalb kurzer Zeit wurde er nicht nur als Schütze eingesetzt, sondern zunehmend als koordinierende Instanz für kleine Teams. Offiziell blieb er Teil der Struktur, inoffiziell verließen sich andere auf seine Einschätzung.
Er begann, Einsätze nicht nur auszuführen, sondern aktiv zu beeinflussen.
Seine Kommunikation blieb dabei minimal. Kurze, klare Anweisungen, keine unnötigen Worte. Er sprach nur, wenn es erforderlich war – und genau das erhöhte die Wirkung seiner Entscheidungen.
Mit 19 war Osiris Teil einer festen Einheit.
Ein kleines Team, eingespielt, effizient, ohne unnötige Hierarchiekonflikte. Jeder kannte seine Rolle, jeder wusste, was vom anderen zu erwarten war. Für Osiris war das die erste funktionierende Form von Vertrauen, die er kannte.
Nicht aufgebaut auf Emotion, sondern auf Verlässlichkeit im Einsatz.
In dieser Phase erreichte er den Punkt, an dem seine Fähigkeiten vollständig zur Geltung kamen. Er war nicht mehr nur Beobachter, sondern ein zentraler Faktor in der Einsatzführung. Seine Einschätzungen beeinflussten Entscheidungen, seine Position bestimmte den Verlauf von Operationen.
Doch genau in diesem Moment zeigte sich auch die Grenze des Systems, für das er sich entschieden hatte.
Die Struktur, die ihm Stabilität gegeben hatte, war nicht unfehlbar.
Sie funktionierte – bis sie es nicht mehr tat.
Und als dieser Punkt erreicht war, stand Osiris erneut vor derselben Frage wie in seiner Kindheit:
Vertraut man dem System –
oder dem eigenen Urteil?
Die Antwort darauf bestimmte den nächsten Abschnitt seines Lebens.
Der Einsatz kam zu einem Zeitpunkt, an dem Osiris seinen Platz innerhalb der militärischen Struktur der United Empire of Earth gefunden hatte. Mit 19 war er Teil einer eingespielten Einheit, deren Abläufe funktionierten, deren Kommunikation minimal war und deren Vertrauen sich nicht aus Worten, sondern aus wiederholten Einsätzen gebildet hatte.
Die Mission selbst wurde als kontrollierter Zugriff eingestuft.
Ziel war eine abgelegene Anlage außerhalb der Kernsysteme des Star Citizen. Laut Briefing handelte es sich um einen Umschlagpunkt für illegale Aktivitäten, betrieben von einer kleineren Gruppierung ohne größere militärische Kapazitäten. Der Auftrag war klar: Zugang sichern, Daten extrahieren, Widerstand neutralisieren, Rückzug.
Osiris übernahm wie üblich die Overwatch-Position.
Er bezog Stellung in erhöhter Distanz zur Anlage, mit freiem Sichtfeld auf die relevanten Zugänge und Bewegungsräume. Seine Aufgabe war es, das Gesamtbild zu halten, Bedrohungen früh zu erkennen und das Team zu unterstützen, sobald es notwendig wurde.
Der Einsatz begann ruhig.
Das Team näherte sich planmäßig, Kommunikation stabil, keine unmittelbaren Auffälligkeiten. Doch bereits in den ersten Minuten fiel Osiris etwas auf, das nicht ins Gesamtbild passte: Die Umgebung war zu sauber. Keine unkoordinierten Funksignale, keine zufälligen Bewegungen, keine typischen Anzeichen für eine improvisierte Operation.
Er meldete es.
Die Antwort aus der Einsatzleitung war knapp:
Fortfahren.
Das Team drang in die Anlage ein.
Und genau in diesem Moment änderte sich die Lage vollständig.
Verborgene Positionen wurden gleichzeitig aktiviert. Mehrere gegnerische Einheiten eröffneten das Feuer, koordiniert, vorbereitet und aus Winkeln, die im Briefing nicht berücksichtigt waren. Es war kein spontaner Widerstand – es war ein geplanter Hinterhalt.
Osiris reagierte sofort.
Die ersten Schüsse saßen präzise. Ziele wurden ausgeschaltet, Bewegungen der Gegner kurzzeitig unterbrochen. Er versuchte, Raum für sein Team zu schaffen, ihnen Zeit zu geben, sich neu zu orientieren.
Doch schnell wurde klar, dass das Problem nicht nur die Anzahl der Gegner war.
Zusätzliche Kräfte griffen von außerhalb des bekannten Einsatzbereichs ein. Positionen, die nicht aufgeklärt worden waren. Fluchtwege wurden nicht zufällig blockiert, sondern gezielt kontrolliert.
Die Situation war nicht eskaliert.
Sie war von Anfang an so geplant.
Osiris forderte sofortige Anpassung des Einsatzes und Extraktion.
Die Antwort kam verzögert – und eindeutig:
Ablehnung. Auftrag fortsetzen.
In diesem Moment fiel die Entscheidung.
Nicht impulsiv, nicht emotional – sondern logisch.
Er ignorierte den Befehl.
Anstatt das Missionsziel weiter zu verfolgen, konzentrierte er sich vollständig darauf, seinem Team den Rückzug zu ermöglichen. Seine Schüsse wurden aggressiver, seine Position wechselte häufiger. Er nahm bewusst ein höheres Risiko in Kauf, um Druck von den Operatoren vor Ort zu nehmen.
Für einen kurzen Moment funktionierte es.
Eine Lücke entstand. Bewegungen wurden möglich. Hoffnung auf einen Ausbruch war da.
Doch die Struktur des Hinterhalts war zu tief.
Jede Bewegung wurde beantwortet, jede Richtung abgeschnitten. Die Gegner reagierten nicht chaotisch, sondern vorbereitet. Es gab keine echte Schwachstelle.
Einer nach dem anderen fiel.
Die Kommunikation brach Stück für Stück zusammen, bis nur noch Fragmente übrig blieben – und schließlich Stille.
Osiris blieb in Position, länger als notwendig.
Nicht aus Hoffnung, sondern aus Gewohnheit. Er beobachtete weiter, analysierte, suchte nach Möglichkeiten, die nicht mehr existierten.
Erst als klar war, dass auch seine Position langfristig erkannt werden würde, zog er sich zurück.
Kontrolliert. Geordnet. Lebend.
Als Einziger.
Die Rückkehr verlief anders als erwartet.
Kein Verständnis.
Keine offene Analyse des Einsatzes.
Keine Diskussion über die fehlerhafte Lageeinschätzung.
Stattdessen eine klare Linie:
Osiris hatte Befehle missachtet.
Er hatte eigenständig gehandelt.
Er hatte den Missionsverlauf beeinflusst.
Die Entscheidung fiel schnell:
unehrenhafte außer Dienststellung.
Die offizielle Begründung war eindeutig. Die inoffizielle Realität blieb unausgesprochen.
Einsatzberichte wurden gekürzt.
Details verschwanden.
Verantwortlichkeiten verschoben.
Das System funktionierte – nur nicht in der Weise, die er erwartet hatte.
Nach seiner Entlassung kehrte Osiris nicht zu seiner Herkunft zurück, zumindest nicht als Teil davon.
Er bewegte sich erneut durch die Randzonen, durch Syndikate, Clubs und paramilitärische Strukturen – dieselben Systeme, die ihn geprägt hatten. Doch diesmal war seine Position eine andere.
Er war kein Beobachter mehr.
Und kein Mitläufer.
Er arbeitete unabhängig.
Er nahm Aufträge an, aber nicht wahllos. Bedingungen wurden von ihm festgelegt, nicht akzeptiert. Informationen wurden geprüft, nicht einfach übernommen. Vertrauen wurde nicht gegeben, sondern verdient – wenn überhaupt.
Seine militärische Ausbildung veränderte, wie er diese Welt wahrnahm. Wo früher Chaos war, erkannte er jetzt Muster. Wo andere auf Gewalt setzten, nutzte er Position und Timing.
Er blieb im Hintergrund, bewusst.
Keine öffentliche Präsenz.
Keine feste Zugehörigkeit.
Keine unnötige Aufmerksamkeit.
Sein Name tauchte selten auf, und wenn, dann meist im Zusammenhang mit sauber durchgeführten Operationen oder Entscheidungen, die im Nachhinein logisch wirkten – auch wenn sie im Moment selbst nicht verstanden wurden.
Sein Verhältnis zur United Empire of Earth blieb distanziert.
Nicht aus offenem Widerstand, sondern aus Erkenntnis.
Er hatte gesehen, wie Entscheidungen getroffen wurden – und welchen Preis sie haben konnten.
Heute existiert Osiris van Schattenwurzel zwischen zwei Welten.
Zu strukturiert für das Chaos seiner Herkunft.
Zu unabhängig für die Ordnung des Militärs.
Er arbeitet allein oder mit ausgewählten Partnern, übernimmt Rollen, die Übersicht und Kontrolle erfordern, und vermeidet Situationen, in denen er sich blind auf andere verlassen muss.
Sein Handeln folgt keinem Ideal.
Sondern einem Prinzip:
Kontrolle über die Situation bedeutet Kontrolle über das Ergebnis.
Und genau diese Kontrolle gibt er nicht mehr ab