Zweiter Eintrag
Ich rede mir ein, dass es Kontrolle ist. Aber inzwischen ist es mehr als das. Es ist ein Zustand, den ich nicht mehr einfach abschalte.
Meine Ziele sind klar: unabhängig bleiben, selbst entscheiden, nie wieder in eine Lage kommen, in der ich blind handeln muss. Und trotzdem gibt es da diesen Gedanken, den ich nicht ganz loswerde – dass ich irgendwann wieder normal reagieren will. Weniger kontrolliert. Weniger berechnend.
Ich weiß nur nicht, ob ich das noch kann.
Ich vertraue dem, was funktioniert. Deshalb Drake Interplanetary. Kein Schein, kein unnötiger Aufwand. Und die Drake Kraken ist mehr als ein Ziel. Sie ist ein Ort, den ich vollständig kontrollieren kann. Ein System, das nicht von außen bestimmt wird.
Was mich aus der Fassung bringt, sind keine lauten Dinge. Es sind Entscheidungen ohne Grundlage. Menschen, die Risiken eingehen, ohne sie zu verstehen. Unklare Befehle. Situationen, die vermeidbar gewesen wären, wenn jemand vorher nachgedacht hätte.
Dann verliere ich die Ruhe. Nicht sichtbar für jeden, aber genug, um meine Entscheidungen zu beeinflussen.
Genau da passieren meine Fehler. Wenn ich zu früh eingreife, weil ich denke, es eskaliert. Oder zu viel übernehme, weil ich anderen nicht vertraue. Und manchmal auch, wenn ich warte, obwohl ich längst handeln sollte.
Ich hoffe, dass ich irgendwann nicht mehr alles so eng führen muss. Dass ich Dinge laufen lassen kann, ohne sofort einzugreifen.
Aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran.
Ich habe gesehen, was passiert, wenn ich die Kontrolle abgebe.
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