Inhaltsverzeichnis
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Ergänzungsleitfaden – Staatliche Strafverfolgung (Advocacy) im Rollenspiel
- Staatliche Strafverfolgung als Auftrag
- Autorität, Recht & Verfahren
- Gewaltmonopol & Zurückhaltung
- Kontrolle, Aufsicht & Verantwortung
- Alltag, Routine & politische Realität
- Ethik, Loyalität & Zweifel
- Anschluss an anderes Rollenspiel
- Typische Missverständnisse – und warum sie nicht nötig sind
- Zum Abschluss
Ergänzungsleitfaden – Staatliche Strafverfolgung (Advocacy) im Rollenspiel
Dieser Text ergänzt den allgemeinen Leitfaden zur Charaktererstellung. Er richtet sich an Spieler, die einen Charakter in der staatlichen Strafverfolgung der UEE spielen möchten, etwa als Angehörige der Advocacy oder vergleichbarer imperialer Ermittlungs- und Vollzugsbehörden. Staatliche Autorität bedeutet rechtliche Legitimation, nicht persönliche Macht und nicht moralische Überlegenheit.
Wer sie ausübt, ist an Recht, Verfahren und Kontrolle gebunden – und damit selbst Teil eines Systems, das begrenzt, überprüft und widersprochen wird.
Staatliche Strafverfolgung als Auftrag
Advocacy handelt im Namen des Staates, nicht im eigenen. Der Auftrag ist rechtlich definiert und an Mandate gebunden. Persönliche Motive, Überzeugungen oder Abneigungen haben keine Priorität gegenüber dem institutionellen Auftrag. Der Schutz von Ordnung, Sicherheit und Rechtsdurchsetzung steht über individuellen Zielen. Das kann bedeuten, Fälle zu verfolgen, die man persönlich problematisch findet – oder umgekehrt, Dinge liegen lassen zu müssen, obwohl sie sich „falsch“ anfühlen.
Autorität, Recht & Verfahren
Befugnisse entstehen aus Gesetzen, Zuständigkeiten und Mandaten.
Verfahren begrenzen Handlungsspielräume bewusst: Sie sollen Willkür verhindern und Nachvollziehbarkeit herstellen. Abweichungen von Verfahren sind möglich – aber begründungspflichtig und nie folgenlos. Ein Advocacy-Charakter agiert nicht frei, sondern innerhalb klarer Regeln, die auch ihn selbst schützen – und einschränken.
Gewaltmonopol & Zurückhaltung
Staatliche Strafverfolgung verfügt über legitimierte Zwangsmittel. Diese Legitimation ist jedoch streng reguliert. Professionalität zeigt sich nicht in Durchsetzung, sondern in Zurückhaltung.
Jede Anwendung von Zwang muss:
- notwendig
- verhältnismäßig
- begründbar
sein. Gewalt ist kein Standardinstrument, sondern ein letztes Mittel – und jedes Mal erklärungsbedürftig.
Kontrolle, Aufsicht & Verantwortung
Advocacy unterliegt interner und externer Kontrolle. Fehlverhalten wird untersucht, dokumentiert und sanktioniert. Machtmissbrauch ist kein Kavaliersdelikt.
Selbst gut gemeinte Überschreitungen können:
- Disziplinarmaßnahmen
- Ermittlungen
- Reputationsschäden nach sich ziehen.
Verantwortung endet nicht mit dem Einsatz, sondern setzt sich in Berichten, Prüfungen und Bewertungen fort.
Alltag, Routine & politische Realität
Der Alltag staatlicher Strafverfolgung besteht selten aus spektakulären Einsätzen.
Typisch sind:
- Ermittlungsarbeit
- Aktenführung
- Abstimmung mit anderen Stellen
- Priorisierung unter Ressourcenknappheit
Politischer Druck, Bürokratie und Zielkonflikte sind real.
Entscheidungen sind selten eindeutig – und fast nie ohne Nebenwirkungen.
Ethik, Loyalität & Zweifel
Loyalität gilt dem Recht, nicht einzelnen Personen, Vorgesetzten oder politischen Strömungen.
Moralische Zweifel sind glaubwürdig und realistisch. Gesetz und Gerechtigkeit fallen nicht immer zusammen – und diese Spannung ist ein zentraler Konfliktpunkt für Advocacy-Charaktere.
Zweifel sind kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck professioneller Reflexion.
Anschluss an anderes Rollenspiel
Advocacy interagiert mit:
- Militär (Zuständigkeitsabgrenzung)
- PMC und privaten Sicherheitsdiensten (Legitimation vs. Vertrag)
- Wirtschaft und Konzernen (Einfluss, Lobbying)
- Unterwelt (Ermittlung, Informanten)
- Zivilisten (Misstrauen, Widerstand, Erwartungen)
Konflikte entstehen durch Kompetenzgrenzen, Machtfragen und politische Interessen.
Andere Charaktere müssen staatliche Autorität nicht mögen oder respektieren – Widerspruch ist Teil des Spiels.
Typische Missverständnisse – und warum sie nicht nötig sind
Bei Advocacy-Charakteren tauchen häufig Annahmen auf wie:
- „Ich habe allumfassende Befugnisse“
- „Ich stehe moralisch über anderen“
- „Ich bin im Grunde militärisch tätig“
All das ist nicht nötig, um überzeugend zu spielen.
Oft entsteht besseres Rollenspiel, wenn:
- Autorität begrenzt bleibt
- Entscheidungen überprüft werden
- Zweifel und Konflikte zugelassen sind
Zum Abschluss
Staatliche Strafverfolgung macht einen Charakter nicht überlegen. Sie macht ihn gebunden, überprüfbar und verantwortlich.
Wenn du nach dem Lesen denkst: „Ich verstehe, was es bedeutet, im Star-Citizen-Universum staatliche Strafverfolgung auszuüben – und wie ich daraus einen glaubwürdigen, spielbaren Charakter entwickle, der Macht hat, aber ihr unterworfen ist.“ Dann erfüllt dieser Ergänzungsleitfaden genau seinen Zweck.
Alles Gute!
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