Zwiebus´Logbuch: 20.03.2956 SEY / Yet another Day on Levski / Alte Erinnerungen
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Lord_Zwiebus -
1. April 2026 um 12:42 -
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Zwiebus´Logbuch: 20.03.2956 SEY / Yet another Day on Levski / Alte Erinnerungen
„Endlich mal eine Pause!“, stieß Zwiebus hervor und atmete tief durch. Es schien, als hätte der unermüdliche Einsatz Früchte getragen. Die Organisation Alliance-Aid hatte Unmengen an Hilfsgütern nach Levski geschafft. Kistenweise waren Medikamente, medizinische Ausrüstung und Desinfektionsmittel aus dem Stanton-System durch das Pyro-System bis nach Levski transportiert worden.
Alles in allem bot sich Zwiebus hier ein Bild einer für ihn kaum glaubhaften Zusammenarbeit zwischen einer Initiative aus der UEE – namentlich Alliance-Aid – und den zuständigen Stellen der People's Alliance in Levski. Zwiebus selbst hegte tiefe Vorbehalte gegenüber allem, was aus dem UEE-Raum stammte. Die Jahre, die er in Stanton verbracht hatte, hatten nicht dazu geführt, ihn innerlich näher an das Imperium zu binden. Ganz im Gegenteil: Für Zwiebus war das gesamte Imperium nichts weiter als eine verlogene Chimäre.
In Levski fühlte er sich zu Hause. Hier gab es diesen kleinen Zusammenhalt oppositioneller Menschen, mit denen er deutlich besser zurechtkam als mit den Institutionen im UEE-Raum, die seiner Meinung nach vollends von Korruption durchdrungen waren. Dennoch war es für Zwiebus umso erstaunlicher zu sehen, wie selbst der verhasste Hurston-Konzern Ressourcen locker machte, um im Auftrag der UEE-Regierung Levski zu helfen und von dieser entsetzlichen Pilzseuche zu befreien.
Die gemeinsamen Bemühungen unter dem Banner der Alliance-Aid waren offensichtlich erfolgreich. Zwiebus hatte sich mit einer für ihn selbst überraschenden Begeisterung daran beteiligt. Als Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz waren ihm von der People's Alliance diverse Auszeichnungen überreicht worden.
„Nicht schlecht, oder?“, murmelte er und strich über das Material seines neuen Schutzanzugs, den er mit einer Spur Stolz trug.
Es schien nun endlich so weit zu sein, dass die Seuche ihren Zenit überschritten hatte. Mit mühsamer Arbeit und dem massiven Einsatz von Chemikalien konnte die Molina-Pilzseuche Stück für Stück aus der Station Levski getilgt werden. Am Grand Barter konnte man mittlerweile sogar wieder ohne Maske herumlaufen.
Zugegeben, viele der einheimischen Levkies hatten anfangs nicht an die Gefahr geglaubt und waren wie eh und je ihrem Tagwerk nachgegangen. „Ein Riesenfehler“, dachte Zwiebus grimmig. Einige von ihnen waren so schwer erkrankt, dass sie in Kryo-Pods in das Stanton-System überführt werden mussten, um im Brentworth Care Center behandelt zu werden.
Doch jetzt war eine erste, echte Pause angesagt. Zwiebus machte sich in seinem neuen, leuchtend roten Schutzanzug auf den Weg, um im Grand Barter ein Schmolz zu trinken. Schmolz war tatsächlich das Einzige, was der Wirtschaftsraum der UEE zu bieten hatte, das Zwiebus auch in Levski wirklich gerne sah. Dieses simple Getränk hatte es ihm angetan. Er schlenderte gemütlich und gedankenverloren an den Stanton im Grand Barter vorbei, als er von einem kleinen Eckstand, an dem auch Getränke serviert wurden, zwei Stimmen hörte, die ihm vertraut vorkamen.
„He, du in deinem neuen, schicken Supply-Anzug! Bist du nicht Zwiebus?“, rief eine Stimme. Irritiert blickte Zwiebus in die Richtung, aus der der Ruf gekommen war. Zwei Typen saßen dort an einem Tisch, der mit Getränken übersät war, und unterhielten sich angeregt. Neugierig trat Zwiebus näher und erkannte sofort Pike. Pike war einer der Männer, mit denen Alaska in Pyro unterwegs gewesen war – einer jener Leute, die Alaska und Zwiebus beim gemeinsamen Mining getroffen hatten und mit denen Alaska später weitergeflogen war.
„Ja, sicher! Ich bin Zwiebus“, antwortete er, noch immer ein wenig distanziert. „Komm doch mal her! Ich habe dich schon ewig nicht mehr gesehen“, sagte der Zweite, dessen Stimme Zwiebus entfernt an einen Kerl namens Zero erinnerte. „Zuletzt, als wir zusammen mit Alaska Flüchtlinge von Hurston hierhergebracht hatten, da haben wir dich anschließend im Café Musain getroffen. Weißt du noch?“
Tatsächlich dämmerte es Zwiebus nun. Er hatte die beiden zusammen mit Alaska im Café Musain gesehen, kurz nachdem Alaska nach einer gefühlten Ewigkeit wieder aufgetaucht war. Alaska hatte davon berichtet, dass sie Flüchtlinge nach Levski gebracht hatten. Allein dafür hatten sie alle drei bei Zwiebus einen Stein im Brett. Es gab wirklich nichts, was Zwiebus so sehr hasste wie diesen elenden Hurston-Konzern. Daher war ihm jeder lieb, der dieser korrupten Familie aus dem Stanton-System ein Schnippchen schlug.
„Na, dann wollen wir den Feierabend mal begießen!“, sagte er grinsend und setzte sich zu den beiden dazu. „Was macht ihr eigentlich hier? Ich habe Alaska seit unserem letzten Treffen nicht mehr gesehen. Er ist mir quasi wieder durch die Finger geglitcht. Keine Ahnung, wo er steckt.“
„Alaska wird wohl an Bord der Frost sein“, erklärte Zero. „Huskys Schiff. Husky kennst du doch auch, glaube ich, oder?“
„Husky?“, echote Zwiebus stirnrunzelnd. „Ich habe gerade keine wirkliche Vorstellung, wer das sein soll.“
„Egal“, warf Pike ein. „Husky ist der Enkel vom Leiter unserer Expedition nach Pyro, bei der wir Alaska getroffen haben.“
„Erzählt doch mal, wie ist es euch ergangen? Wieso ist Alaska an Bord der Frost und ihr sitzt hier?“ „Wir hatten uns ebenfalls an den Alliance-Aid-Maßnahmen beteiligt“, begann Zero zu berichten. „Wir haben mit der Frost Kranke nach New Babbage geflogen und im Gegenzug Filterelemente von Hurston zurück nach Levski gebracht. Dazu kamen noch ein paar Einsätze gegen Piraten, die Hilfstransporte überfallen hatten. Also die ganze Palette an Aufträgen, welche die People's Alliance für Externe ausgeschrieben hatte.“
„Naja“, ergänzte Pike, „gewohnt haben wir zuletzt eigentlich nur noch auf der Frost. So konnten wir die lästige Seuche meiden. Wir hatten wirklich Sorge, dass sich die Sporen in unseren Habs eingenistet haben. Da war uns die hermetisch abgeriegelte Frost deutlich sicherer. Die meisten externen Raumfahrer sind über Nacht lieber auf ihren Schiffen geblieben. Wir alle hatten kein Vertrauen in das, was die Stellen in Levski organisiert bekamen.“
Zwiebus nickte langsam. „Und wie geht es Alaska?“ „Wissen wir nicht so genau“, gestand Pike. „Ich glaube, die letzten Wochen und Monate waren für ihn wirklich starker Tobak. Er wurde aus seinem ruhigen Leben als Wissenschaftler herausgerissen und hat mit uns – nun ja, man könnte es fast Abenteuer nennen – bestanden. Wir hatten zudem ein paar gruppendynamische Probleme, in die Alaska unfreiwillig verwickelt wurde. Aber das kann er dir gerne selbst erzählen, wenn es so weit ist. Soweit geht es ihm wohl gut, er zieht sich gerade nur etwas zurück.“
Fragende Gedanken gingen Zwiebus durch den Kopf. Er fand das Ganze reichlich merkwürdig. Er hatte Alaska zwar als eigenwillig, aber ansonsten pflegeleicht in Erinnerung behalten. Einen harmloseren Menschen als diesen Wissenschaftler konnte er sich kaum vorstellen.
„Na gut, Zwiebus“, durchbrach Pike die Stille. „Was meinst du? Hast du nach deinen Einsätzen für Alliance-Aid ein wenig Zeit übrig? Die Peoples Alliance hat uns eine gewaltige Reclaimer zur Verfügung gestellt, um an den Sprungpunkten liegen gebliebene Schiffswracks zu bergen. Wir sollen die Passage für die Ankommenden Schiffe sicherer machen.“
Willkommen in der neuen Zeit, dachte Zwiebus bitter. „Du meinst wohl eher, damit die fetten Schiffe gefahrlos die Passage nach Levski anfliegen können?“ Sofort stiegen ihm die Bilder der massiven Anleger für die Hull-Frachter vor das geistige Auge.
„Möglich“, erwiderte Zero achselzuckend. „Die People's Alliance will scheinbar, dass auch außerhalb des UEE-Raums ein gewisser Sicherheitsstandard herrscht.“
Zwiebus murmelte in seinen Bart: „Das kann ich mir vorstellen. Na schön, das wird für mich kein Ding sein. Ich werde mich daran beteiligen – daran, wie die People's Alliance die neue Zeit einläuten will.“
Ohne auf die fragenden Blicke von Zero und Pike einzugehen, setzte sich Zwiebus und nahm einen tiefen Schluck aus seiner Flasche. - Eine Stunde später fanden sich die drei Männer in einem der größten Hangars von Levski wieder.
„Meine Güte, so einen Trümmer habe ich noch nie in einem Hangar stehen sehen“, entfuhr es Zwiebus. Er war sichtlich ergriffen von der monumentalen Größe dieses Industrieschiffes. Es war ein Koloss, der allein durch seine Ausmaße einschüchterte – gebaut von Aegis Dynamics, einem Hersteller, der eigentlich für seine martialischen Militärschiffe bekannt war. Eine Schönheit war diese Reclaimer wahrlich nicht. Grau-braun und gezeichnet von unzähligen Einsätzen, wölbte sich das sichtlich gealterte Schiff in seiner imposanten Größe über ihnen. Pike, Zero und Zwiebus zogen unwillkürlich die Köpfe ein, als sie unter dem bedrückend massiven Bauch des Schiffes entlangschritten, um den Einstieg in dieses stählerne Monster zu finden.
Zwiebus war gerade dabei, seinen neuen Supply-Supporter-Anzug ordnungsgemäß in einem Schrank der Mannschaftsquartiere zu verstauen, als Zero die Reaktoren des industriellen Ungeheuers hochfuhr. Ein tiefes Dröhnen erschütterte das gesamte Chassis, wanderte spürbar vom Heck bis in den Bug. Als Zwiebus die Schranktür schließen wollte, flog sie ihm beinahe aus der Hand. Er meckerte leise; das heftige Zittern des Metalls hatte seine linke Hand erwischt.
Mein Gott, was ist das nur für ein Seelenverkäufer? Wie alt mag dieses Schiff wohl sein?, fragte er sich skeptisch, während er an den verschlissenen Polstern der Gangwände vorbeistreifte, die zum Cockpit führten. Als er nach einer gefühlten Ewigkeit die Brücke erreichte, hatten sie den gewaltigen Anflugtunnel von Levski bereits hinter sich gelassen.
Zero fluchte leise vor sich hin. „Diese veralteten Algorithmen...“, schimpfte er und hieb auf eine Konsole ein. „Der Aegis-Navigationscomputer arbeitet wie eine Postkutsche.“ Dennoch glitten seine Finger fast schlafwandlerisch über die Touchpads, während er den Kurs für den ersten Sprung setzte.
Nach einem kurzen Quantumflug erreichten sie den Austrittspunkt. Zero aktivierte die Scanner. „Ich habe was. Eine kleine Avenger Titan. Sie schwebt herrenlos im Leerraum direkt vor dem Sprungtor.“
Zwiebus beobachtete die Anzeigen. Er fragte sich, warum gerade an den Sprungpunkten so viele intakte, verlassene Wracks trieben. Es wirkte fast so, als hätten die Besitzer im Angesicht der gewaltigen Gravitationsanomalie die Panik bekommen und wären Hals über Kopf von Bord gegangen. Wie sonst ließe es sich erklären, dass diese besatzungslosen Geisterschiffe dort zur Gefahr für den restlichen Verkehr wurden?
Zero manövrierte die Reclaimer bis auf wenige Meter an die kleine Titan heran. Pike, der bereits im separaten Bedienturm für das Salvagekraftfeld Platz genommen hatte, aktivierte die Emitter. Eine bläuliche Strahlung schoss hervor. Wie Finger berührte das Kraftfeld die Titan und begann, die Außenhülle Schicht für Schicht zu lösen und in die Reclaimer einzusaugen. Als das Schiff seiner wertvollen Hülle beraubt war, trieb es nur noch als skelettartiges Gerippe im All – wie ein toter Vogel.
Der Weg alles Vergänglichen, philosophierte Zwiebus, obwohl ihm bewusst war, dass Metall und Verbundstoffe im Vakuum des Weltalls eine Ewigkeit überdauern konnten.
„So, ich werde das kleine Teil jetzt zerbrechen und den Rest einsaugen“, tönte Pikes Stimme über das Intercom. Die Farbe des Kraftfeldes veränderte sich. Das Wrack wurde nun in eine flimmernde Aura gehüllt, die an aufsteigende Hitze über trockenem Boden erinnerte.
Mit einem von der Bordelektronik simulierten, satten Krachen zerbrach das Schiff in seine Einzelteile, die augenblicklich vom Kraftfeld in den Schlund der Reclaimer gezogen wurden.
„Das kleine Ding ist Geschichte“, stellte Zero fest. „Ich scanne weiter, ob sich noch mehr Schrott in der Anflugschneise befindet.“ Er hielt kurz inne und schüttelte den Kopf. „Erstaunlich. Hier scheint sonst alles sauber zu sein. Nicht einmal eine verirrte Frachtkiste. Dann weiter zum nächsten Tor.“
Zwiebus merkte, wie er Gefallen an dieser Arbeit fand. Nach einem weiteren, längeren Quantumflug erreichten sie das Sprungtor ins Castra-System – eine der Hauptverkehrsadern, die quer durch das Nyx-System führten.
Hier muss die Bahn absolut frei sein, dachte Zwiebus. Wenn die großen Pötte hier im Minutentakt eintreffen, darf nichts im Weg liegen. Er haderte noch immer mit der rasanten Entwicklung, die Levski in den letzten Jahren durchgemacht hatte.
Tatsächlich fingen die Sensoren nach kurzer Suche ein weiteres Signal auf. „Das ist ein deutliches Echo“, rief Zero und justierte den Radarscanner. „Cross-Section-Ortung... das muss was Größeres sein.“ Er grummelte leise, als die Daten auf dem Schirm erschienen. „Das Schiff schwebt verdammt gefährlich direkt in der Einflugschneise des Castra-Sprungtores. Eine RSI Constellation. Die Standard-Variante.“
Das Schiff hatte sichtlich viele Jahre auf dem Buckel. Die „Connie“, wie sie von ihren Eignern liebevoll genannt wurde, bildete noch immer das Rückgrat von Roberts Space Industries und war eines der meistverkauften Modelle in der Geschichte der Raumfahrt.
„Da schau her!“, rief Zwiebus aus. „Die Bewaffnung ist noch dran! Die können wir doch sicher verscherbeln. Bringt das noch ordentlich Credits?“
Pike, der hinten am Bedienpult saß, antwortete in einem resignierten Tonfall: „Kann schon sein. Wenn das die Standard-Bestückung ist, sind es Rhino Repeater. Dafür bekommt man sicher noch ein paar UEC, aber reich werden wir davon nicht. Das Abschälen der Hüllenpanzerung ist lukrativer.“
„Seit wann ist das so?“, fragte Zwiebus verwundert. „Dass Standard-Komponenten kaum noch Gegenwert haben?“
„In letzter Zeit ist der Markt für gebrauchte Waffen einfach übersättigt. Das liegt wohl an der laxen Art, wie die Behörden momentan Salvage-Claims in den Systemen freigeben.“
Stimmt, dachte Zwiebus. Er erinnerte sich an ein Problem, das durch eine zu oberflächliche Freigabe eines Claims entstanden war. Doch immerhin hatte ihm dieser Vorfall den Kontakt zu seinem neuen Chef beim „Zenith Service Kontor“ eingebracht.
„Okay, Pike“, sagte Zwiebus schließlich und rieb sich die Hände. „Lässt du mich mal an diesen seltsamen Kraftfeld-Emitter ran?“ „Sicher doch!“, antwortete Pike, räumte seinen Platz und steuerte auf den Copilotensitz zu.
Zwiebus nahm an der Konsole Platz. Die abgegriffenen Gummiarmierungen der Bedienelemente zeugten vom hohen Alter der Reclaimer, die sich wohl schon seit Jahrzehnten im Dienst der People's Alliance befand. Er atmete tief durch und legte die Hände an die Regler.
Wie alt mochte dieser Kahn wohl sein? Sechzig Jahre, siebzig Jahre? Es gab Schiffe, die das UEE-Imperium durchkreuzten und bereits über ein Jahrhundert auf dem Buckel hatten. Es war wie in der Ära der Luftfahrt vor neunhundert Jahren auf der Erde. Flugzeuge hatten damals mit die längste Lebensdauer aller technischen Artefakte besessen. Diese Reclaimer hier war in jedem Fall ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Wer wusste es schon? Der alte Kahm machte auf Zwiebus den Eindruck, als wäre er schon bei der Entstehung der Enklave Levski mit dabei gewesen.
Gedankenversunken hantierte Zwiebus an den Kontrollen des Kraftfeldes herum. Auf der Constellation, direkt vor dem Bug der Reclaimer, begann die Oberfläche des alten RSI-Schiffs, gleißend zu glühen. Es wirkte auf Zwiebus, als würde das Salvage-Kraftfeld die Hülle des anderen Raumschiffs schlichtweg verdampfen. Pike bediente unterdessen den Traktorstrahl und drehte das Schiff wie eine Allop-Ratte auf einem Drehspieß, wie sie in Pyro auf den Raumstationen an alle möglichen Leute verkauft wurden. So konnte Zwiebus in aller Ruhe mit dem Salvage-Strahl die Hülle abtragen.
Es dauerte nur wenige Minuten, bis die Arbeit getan war. Wieder schwebte ein seltsames Gerippe vor der Reclaimer – nur etwas größer und wuchtiger als eine Titan, die sonst eher an ein Vogelgerippe erinnerte. Diesmal musste Zwiebus an alte Bilder von Dinosauriern denken, als das blanke Skelett der Constellation zum Vorschein kam. - Er wechselte die Kraftfeldmodulation von „Schälen“ auf „Zerstückeln“. Langsam regelte er das Feld so ein, wie es seiner Meinung nach notwendig war, um dieses recht massive Schiff in seine Einzelteile zu zerlegen.
„Seltsam“, murmelte Zwiebus stirnrunzelnd. „Ich bin jetzt schon bei 70 % Leistung. Aber es passiert überhaupt nichts!“ Er drehte weiter an den Reglern und fragte sich, ob es ein Problem mit dem Energiefluss gab. Die Reclaimer war schließlich eine alte Dame mit so manchen Tücken.
Pike, der neben ihm saß, grinste breit. „Zwiebus! Du hättest vielleicht vorher anklopfen sollen. Ich denke, da hat noch jemand das Licht angelassen.“
„Was bitte? Wovon redest du?“, entgegnete Zwiebus verwirrt.
„Die Schutzschirme der Connie laufen noch, mein Lieber“, erklärte Pike amüsiert. „Das Schiff war nicht komplett aus. Es befand sich im Standby, und da sind die Schilde logischerweise noch aktiv.“
Pike lachte leise auf. „Du musst wohl rüber und die Dinger manuell ausschalten!“
Na toll, dachte Zwiebus grimmig. Da habe ich mich mal wieder aufgeführt wie ein blutiger Anfänger.
Pike amüsierte sich sichtlich über das Missgeschick. „Dann spring mal in deinen knallroten Support-Anzug. Dann bist du wenigstens gut für uns zu sehen. Ich setze mich solange an die Kraftfeld-Regler. Was hältst du davon? Du gehst in den EVA und machst den Tür auf. Ich erledige den Rest.“
„Na gut“, brummte Zwiebus und begab sich hinunter in die Mannschaftsquartiere, um sich auszurüsten. Zwei Minuten später stand er bereits in der Schleuse. „Ich gehe jetzt raus. Alles klar zum Verlassen des Schiffes!“
Zwiebus stieß sich ab, und augenblicklich erfasste ihn die Schwerelosigkeit. Zügig glitt er an der Reclaimer vorbei direkt auf die Constellation zu. „Pike, halt dich bitte zurück mit dem Kraftfeld, bis ich fertig bin!“, rief er über Funk.
„Mach dir keine Sorgen!“, knackte es in seinem Helmlautsprecher.
Wenn ein Schiff im Standby war, blieb das Schott meist mechanisch verriegelt. Deshalb hatte Zwiebus eine kleine ballistische Pistole dabei, mit der er das Schloss aufschießen wollte. Doch nachdem er bereits das dritte Magazin komplett in das Schloss des Seitenschotts geleert hatte, ohne dass sich etwas bewegte, verlor er die Geduld.
„Pike, ich schwebe jetzt ans Heck. Versuch du bitte, mit den Bordwaffen diese Tür aufzuschießen! Aber pass verdammt noch mal auf, ich habe keine Lust, von Splittern durchlöchert zu werden.“
„Versteck dich hinter den Triebwerksgondeln, da bist du geschützt!“, kam die prompte Antwort. Zehn Sekunden später schleuderte der Geschützturm der Reclaimer einige präzise Salven auf das Seitenschott der Constellation.
Pike funkte kurz darauf: „Jetzt müsstest du die Tür eigentlich öffnen können.“
Zwiebus fasste sich ein Herz und schwebte erneut zum Schott. Die Wirkung der Energiesalven war deutlich sichtbar. Bis auf die Mechanik selbst waren die Schüsse tief eingedrungen; die Verschlüsse waren nun zertrümmert. Das Schott ließ sich ohne weiteres aufschwenken.
„Dann Entere ich mich mal, und deaktiviere die Maschinen!“, sagte Zwiebus, während er sich am verbeulten Schott festhielt. Er schwang sich hinein und landete sofort unsanft auf seinem Allerwertesten. „Verdammt! Natürlich ... der Schwerkraftgenerator hat hier ja noch Saft!“
Unter dem heiteren Gelächter seiner beiden Gefährten im Funk rappelte er sich auf und blickte in den Laderaum hinunter. Dieser war vollkommen leer, doch oben an der Decke hingen die Raketenmagazine. Sie waren randvoll mit ihrer todbringenden Fracht.
„Das sind Arrester-Raketen, Pike! Sind die noch was wert? Lohnt es sich, die zu bergen?“
„Ach was, das ist Standardausrüstung. Die schmelzen wir einfach mit ein!“, lautete die ernüchternde Antwort.
Es fühlte sich spannend an, einfach so in ein fremdes Schiff einzudringen. Beinahe verboten. Doch wo sich niemand fand, ein Verbot durchzusetzen, interessierte sich Zwiebus nur wenig für solche Regeln. Vor allen Dingen dann, wenn es UEE-eigene Regeln waren. Innerhalb des Wracks öffneten sich alle Türen ganz normal über die Sensoren. Im Prinzip hätte er sich jetzt ans Steuer setzen und trotz der fehlenden Außenhülle davonfliegen können. Als Zwiebus durch die Korridore schritt, bemerkte er das ehrwürdige Alter des Modells. Der Mannschaftsteil entsprach noch dem alten Design mit dem versenkbaren Tisch, der bündig im Boden eingelassen war – nur dass jetzt einige Teller und Becher verstreut auf dem Boden lagen.
Ist wohl etwas überhastet verlassen worden, ging es Zwiebus durch den Kopf, als er sich in den Pilotensitz zwängte. Er legte zwei, drei Schalter um, und augenblicklich wurde es still. Die Maschinen fuhren surrend herunter, und die Schwerelosigkeit erfasste ihn erneut.
„Ich komme jetzt zurück!“, rief er in den Funk. „Die Systeme sind deaktiviert.“
„Beeil dich! Mich juckt der Salvage-Finger“, lachte Pike.
Ohne sich umzusehen, stieß sich Zwiebus aus der verbeulten Seitenluke ab und schwebte zurück zur Reclaimer. Kaum dass er im Schatten des massiven Schiffsbauchs verschwand, begann Pike bereits damit, die Connie zu zerlegen.
Manometer, der hat es echt eilig, dachte Zwiebus bei sich. Er hätte wenigstens warten können, bis ich sicher drin bin. Als sich das Schott der Reclaimer hinter ihm schloss, spürte er eine leichte Erschütterung durch den Rumpf wandern. Pike hatte die Constellation nun endgültig in ihre
Einzelteile zerlegt. Bis Zwiebus das Cockpit erreichen würde, würde von dem Schiff nichts mehr übrig sein. Wenn die Reclaimer erst einmal richtig zulangte, ging alles sehr schnell.
„So, wir sind zu etwa 50 % mit Material gesättigt“, rief Zero von der Brücke. „Die Zeit ist schon ziemlich vorangeschritten. Wir sollten zurückfliegen, auch wenn die Lager nicht randvoll sind.“
Mir soll es recht sein, dachte Zwiebus und nickte nur kurz. Zero programmierte den Kurs Richtung Levski und ließ die Reclaimer in den Quantum-Tunnel gleiten.
Das Anfordern eines Hangars bei der Flugüberwachung von Levski war reine Routine. Als die Reclaimer schließlich aufsetzte, war kaum eine halbe Stunde vergangen, seit die Constellation im Bauch des Schiffes verschwunden war.
Beim Austieg aus dem Schiff, erhaschte Zwiebus noch einen Blick auf zwei weitere Reclaimer, die an die Station Levski angedockt hatten. „Kein Wunder, dass wir unseren Laderaum nicht voll gekriegt haben!“, murmelte er.
Pike hielt sich erschöpft die Hände an die Schläfen. „Leute, ich muss ins Bett. Ich glaube, mir ist nicht so richtig gut.“
„Kein Ding“, raunte Zwiebus. „Ich denke, Zero und ich können das Schiff entladen und den Hangar aufräumen.“
Zero hob nur kurz den Daumen, um seine Zustimmung zu signalisieren. Pike verließ den Hangar, um sich zur Ruhe zu begeben, während Zero und Zwiebus mit ihren Multitools an die Arbeit gingen. Das Entladen gestaltete sich kompliziert. Die Ingenieure, die vor ewigen Zeiten dieses riesige Schiff konzipiert hatten, hatten wohl kaum an die Bequemlichkeit beim Be- und Entladen gedacht. Zero hatte in weiser Voraussicht nur kleinere 4- und 8-SCU-Container pressen lassen, doch selbst die 8-SCU-Boxen machten Schwierigkeiten, sie durch die engen Öffnungen der Reclaimer nach draußen zu bugsieren. Nach und nach füllte sich der Frachtaufzug im Hangar von Levski.
Beide waren konzentriert dabei, die Fracht ordnungsgemäß zu verstauen. - Viel wusste Zwiebus nicht über Zero. Er schien ein Einzelkämpfer zu sein, ein typischer „Lone Wolf“, der sich nur gelegentlich Gruppen anschloss, um im Verse klarzukommen. Er hatte erwähnt, ebenfalls von Levski zu stammen. Zwiebus überlegte, dass sie beide wohl zur gleichen Zeit hier gelebt haben mussten. Wer weiß, vielleicht sind wir uns früher schon über den Weg gelaufen.
Dieser Gedanke amüsierte ihn. Ausgerechnet über den „Schmetterlingsfänger“ Alaska, diesen Zero kennenzulernen – das hätte er niemals gedacht. Langsam regte sich in Zwiebus die Neugier. Zero war auf eine gewisse Weise geheimnisvoll und interessant.
Smalltalk war tatsächlich nie eine Stärke von Zwiebus gewesen. Dennoch wagte er einen Vorstoß, während sie die schweren Frachtkisten durch den Hangar manövrierten. „Sag mal, du bist doch eigentlich auch schon länger auf Levski beheimatet, oder?“, versuchte er, ein unverfängliches Gespräch anzufangen.
Zero hielt kurz inne und warf ihm einen seitlichen Blick zu. „Schon eine Zeit lang. Warum fragst du?“
„Nur so, weil … ich na ja, wie soll ich sagen …“, Zwiebus druckste herum. „Ich meine, ich bin ja schon recht lange hier auf Delamar unterwegs. Mit ein paar kleinen Pausen, in denen ich auf der Arch-Angel-Station im Chronos-System war …“
„Ja und?“, unterbrach ihn Zero ungeduldig. „Zwiebus, worauf willst du eigentlich hinaus?“
„Meinst du nicht, es könnte sein, dass wir uns früher hier schon öfter über den Weg gelaufen sind?“, spann Zwiebus den Faden weiter. „Wer weiß, vielleicht ohne uns gegenseitig wahrzunehmen. Aber vielleicht hatten wir tatsächlich schon mal miteinander zu tun. So riesengroß ist die Population Delamars ja nun auch nicht. Wo hast du eigentlich genau gearbeitet, hier auf Levski?“
Zero bedachte ihn mit einem verwunderten Blick. „Ich war im Prinzip ein Mädchen für alles. Ich gehörte zum Reparaturteam und wurde an allen möglichen Orten Delamars eingesetzt. Manchmal auch an den Servicestationen der People's Alliance. Überall dort, wo ein paar Schrauben anzuziehen waren, schickten sie uns hin. Aber die meiste Zeit verbrachte ich tatsächlich hier in den Katakomben.“
Zwiebus horchte auf. „Die Katakomben? Du meinst die zentrale Luftaufbereitung, die jetzt gerade von diesem Pilz befallen ist?“
Zero seufzte tief. „Na ja, ich hoffe ja, dass das mit Molina bald vorbei ist. Aber ja, genau die meine ich. Dort habe ich als Wartungstechniker den größten Teil meiner Zeit auf Levski verbracht. Zumindest, was meine offizielle Berufsausübung angeht.“ Den letzten Teil des Satzes murmelte Zero eher zu sich selbst.
„Meinst du nicht, dass wir uns dann schon mal in diesen Katakomben begegnet sein müssen?“, hakte Zwiebus nach. „Ich war nämlich auch ein paar Mal dort.“
„Kann schon sein.“ Zero stoppte gerade einen Container ab. „Aber was hat das jetzt für eine Bedeutung? Kennengelernt habe ich dich im Prinzip erst über Alaska. Vorher habe ich dich nie gesehen.“
Zwiebus kratzte sich nachdenklich am Kopf. „Ich weiß nicht genau, wie lange es her ist. So zehn oder fünfzehn Erdenjahre müssten es sein …“
„Jaaaaa?!“, drängte Zero.
„Da gab es doch mal diesen Leichnam, der in den Katakomben gefunden wurde. Ein Kriminalfall …“
„Hm!“, machte Zero nur.
Zwiebus beobachtete Zero und dachte bei sich: Entweder ist er konzentriert bei der Arbeit, oder... Zero scheint nur wenig Lust zu haben, das Gespräch fortzuführen.
„Das war so eine Drogengeschichte“, fuhr Zwiebus gestikulierend fort. „Da gab es wohl einen Drogenumschlagplatz in den Tiefen der Katakomben der Luftaufbereitung Levskis.“
Zeros Frage kam nun zügig und direkt: „Wer sagt das?“
„Niemand Besonderes! Ja, also … Levskis eigene Sicherheitsorgane, wenn du so willst.“
„Zwiebus, was hast du bitteschön mit der Sicherheit Levskis zu tun?“, fragte Zero genervt. „Hast du nicht mal erzählt, du seist ein Felsenhüpfer gewesen? Und wärst mal im Chronos-System gewesen, aber sonst?“
„Nee, ich habe zwischenzeitlich auch mal ausgeholfen. Bei den Ermittlungsbehörden. Wenn du so willst, wie ein Deputy.“
Zero hielt fassungslos inne. „Zwiebus, im Ernst. Du warst ein Hilfsbulle?“
„Nicht festangestellt!“, verteidigte sich Zwiebus. „Ab und an, wenn ein größeres Areal abgesucht werden musste und das mit Drohnen nicht ging. Dann wurden immer ein paar Leute von den Felsenhüpfern angefragt. Und da die Katakomben nun wirklich tief in den Fels Delamars getrieben wurden und teilweise noch instabil waren, wollten sie Leute mit Mining-Erfahrung haben, welche die Suchenden anführten.“
„Da gehörtest du dann also zur Sicherheit Levskis?“, fragte Zero irritiert.
„Korrekt.“ Zwiebus legte eine kurze Pause ein. „Das ist schließlich etwas anderes, als Angehöriger einer Polizeieinheit im UEE-Raum gewesen zu sein.“ Er musste unwillkürlich daran denken, dass Pike einmal für Hurston Security gearbeitet hatte. „Aber ich habe ja schließlich für die Guten gearbeitet, das ist etwas anderes.“
Zero konnte ein unterdrücktes Lachen nicht zurückhalten. „Das Wichtigste ist natürlich, dass man weiß, wer die Guten und wer die Bösen sind.“
„Gut und Böse? Wie meinst du das?“, fragte Zwiebus stirnrunzelnd.
„Richtig und Falsch ist eine Frage der Perspektive“, sagte Zero bestimmt. „Gut und Böse - Das, mein lieber Zwiebus, ist nicht immer so genau festzustellen. Der despektierliche Begriff ‚Drogengeschichte‘ sagt ja schon aus, aus welcher Richtung dieser Begriff kommt. Was meinst du zum Beispiel, wenn du an ‚E’tam‘ denkst? Ist das wirklich eine verbietenswerte Droge?“
„E’tam wird zumindest in der UEE verboten“, entgegnete Zwiebus prompt.
„Schön, dass du die Gesetze der UEE so ernst nimmst“, spottete Zero. „Zwiebus, dir ist aber sicherlich auch bekannt, dass E’tam bei den Xi'an ein Mittel zur Erweiterung des Bewusstseins ist. Es wird bei speziellen religiösen Praktiken dazu benutzt, das Bewusstsein in eine gewünschte Richtung zu lenken, wie es für das Ritual notwendig ist. Willst du etwa etwas dagegen sagen? Glaubst du, diese religiösen Praktiken der Xi'an sind illegal und verstoßen gegen Gesetze der UEE? Wer bitte ist denn hier eigentlich der Bestimmer, der sagt, was verboten ist und was nicht?“
„Ich weiß nicht, ob du dir die Sache nicht ein bisschen zu einfach machst“, entgegnete Zwiebus. „Zugegeben, ich weiß nicht hundertprozentig, wie E’tam funktioniert. Aber ich weiß, was der Gebrauch von Drogen anrichten kann. Bei meinem Haufen der Felsenhüpfer gab es ein paar, die sich mit irgendwelchem Zeug gedopt hatten, um ihre Konzentration zu steigern. Das Resultat waren ein paar Tage lang astreine Ergebnisse – und am letzten Tag jeweils ein Unfall. Einer meiner Leute ist wegen diesem Mist tatsächlich im Weltraum verstorben. Ja, und deswegen bin ich ganz schön froh, dass das Zeug verboten ist. Ob es nun E’tam, Neon oder sonst wie heißt.“
„Ja, dann sprichst du den Menschen aber wirklich ihre Entscheidungsfähigkeit ab“, hielt Zero dagegen. „Mit anderen Worten: Du entscheidest schon für sie. Die Menschen sind meiner Meinung nach alleine für ihr Tun verantwortlich. Im positiven wie im negativen Sinne. Alle Menschen sollten die Freiheit haben, aus einem unbegrenzten Pool von Möglichkeiten Entscheidungen treffen zu dürfen. Ja, dazu gehört auch der Gebrauch von Drogen.“
Zwiebus schüttelte stumm den Kopf. Er wollte eigentlich noch etwas erwidern, spürte aber, dass hier zwei grundlegend unterschiedliche Weltsichten aufeinander trafen – obwohl beide aus einer positiven Grundhaltung gegenüber der People's Alliance resultierten.
„Lassen wir das hier ruhen“, sagte Zwiebus schließlich. „Ich glaube, wir kommen da heute Abend nicht mehr auf einen Punkt. So, eine letzte Kiste noch, und dann mache ich auch gleich Feierabend.“
„Okay, Zwiebus. Dann grüß mir Pike“, verabschiedete sich Zero. „Ich werde euch den Erlös der Arbeit überwiesen, sobald es geht.“
„Kein Ding, Zero. Immer gerne wieder. Im Moment ist mein Zeitplan tatsächlich etwas entspannter, nachdem die hauptsächlichen Arbeiten für Alliance-Aid abgeschlossen sind.“
„Gut, bis dann!“
Nachdenklich verließ Zwiebus den Hangar. Innerlich hatte er noch immer das Bild dieses Leichnams zwischen den Lüftungsrohren vor Augen.