Inhaltsverzeichnis
-
Ergänzungsleitfaden – Medizin im Rollenspiel
- Medizin als Tätigkeit – Hilfe unter Vorbehalt
- Wissen, Ausbildung & Grenzen
- Ressourcen, Infrastruktur & Abhängigkeiten
- Haftung, Verantwortung & Konsequenzen
- Ethik & moralische Konflikte
- Alltag, Routine & Belastung
- Anschluss an anderes Rollenspiel
- Typische Missverständnisse – und warum sie nicht nötig sind
- Zum Abschluss
Ergänzungsleitfaden – Medizin im Rollenspiel
Dieser Text ergänzt den allgemeinen Leitfaden zur Charaktererstellung. Er richtet sich an Spieler, die einen Charakter spielen möchten, dessen Rolle durch medizinische Versorgung, Heilbehandlung, Notfallmedizin oder medizinische Forschung geprägt ist. Medizin bedeutet im Star-Citizen-Universum keine Allmacht über Leben und Tod. Sie bedeutet Verantwortung unter Unsicherheit – oft mit unvollständigen Informationen und begrenzten Mitteln.
Medizin als Tätigkeit – Hilfe unter Vorbehalt
Medizinische Arbeit besteht selten aus klaren Entscheidungen mit eindeutigem Ausgang. Oft geht es darum, Schaden zu begrenzen, Zeit zu gewinnen oder Leiden zu lindern – nicht darum, alles zu „reparieren“.
Behandlung findet unter Bedingungen statt wie:
- Zeitdruck
- Ressourcenknappheit
- unklaren Diagnosen
- äußeren Gefahren
Erfolg ist nie garantiert. Auch gute Entscheidungen können schlechte Ergebnisse haben.
Wissen, Ausbildung & Grenzen
Medizinisches Wissen ist spezialisiert. Niemand beherrscht alle Fachbereiche, und selbst innerhalb eines Bereichs bleibt vieles unsicher.
Ein medizinischer Charakter kann:
- bestimmte Verletzungen gut behandeln,
- andere nur stabilisieren,
- manches gar nicht leisten.
Grenzen sind kein Makel, sondern realistisch. Überforderung, Zweifel und das Weiterverweisen an andere sind glaubwürdige Bestandteile medizinischer Arbeit.
Ressourcen, Infrastruktur & Abhängigkeiten
Medizin ist abhängig von:
- Ausrüstung
- Medikamenten
- Energieversorgung
- sicheren Arbeitsbedingungen
Nicht jede Umgebung erlaubt hochwertige Versorgung. Improvisation ist manchmal nötig – aber sie hat Grenzen und Risiken. Abhängigkeiten zu Auftraggebern, Institutionen oder Versorgungsnetzen sind normal. Unabhängigkeit ist selten vollständig.
Haftung, Verantwortung & Konsequenzen
Medizinische Entscheidungen haben Folgen.
Fehler können:
- körperliche Schäden verursachen
- Vertrauen zerstören
- rechtliche oder soziale Konsequenzen nach sich ziehen
Verantwortung endet nicht mit der Behandlung. Nachwirkungen, Komplikationen und Schuldfragen gehören zum Spiel.
Ein medizinischer Charakter trägt Verantwortung – auch dann, wenn er „richtig“ gehandelt hat.
Ethik & moralische Konflikte
Nicht jede medizinische Entscheidung ist technisch lösbar.
Typische Konflikte können sein:
- Wen behandle ich zuerst?
- Was tue ich, wenn Ressourcen nicht für alle reichen?
- Helfe ich jemandem, dessen Handeln ich ablehne?
- Wo endet Hilfe, wo beginnt Beihilfe?
Medizin ist kein neutraler Raum. Ethische Dilemmata sind realistisch, belastend und spielerisch wertvoll.
Alltag, Routine & Belastung
Der medizinische Alltag besteht oft aus:
- Wiederholungen
- Dokumentation
- Warteschleifen
- scheinbar kleinen Eingriffen
Psychische Belastung, Erschöpfung und emotionale Distanz sind mögliche Folgen. Nicht jede Geschichte endet gut – und nicht jeder Verlust lässt sich verarbeiten. Diese Belastungen machen Figuren menschlich und nahbar.
Anschluss an anderes Rollenspiel
Medizin berührt viele Bereiche:
- Militär und Sicherheitsdienste
- Unterwelt und Grauzonen
- Forschung und Industrie
- ziviles Alltagsleben
Konflikte entstehen durch:
- Interessenkonflikte
- fehlende Ressourcen
- widersprüchliche Erwartungen
Andere Charaktere müssen medizinische Entscheidungen nicht akzeptieren oder verstehen. Widerspruch ist Teil des Spiels.
Typische Missverständnisse – und warum sie nicht nötig sind
Bei medizinischen Charakteren tauchen häufig Annahmen auf wie:
- „Ich kann jeden retten“
- „Medizin funktioniert immer“
- „Heiler sind moralisch unangreifbar“
All das ist nicht nötig, um überzeugend zu spielen.
Oft entsteht besseres Rollenspiel, wenn:
- Behandlungen scheitern
- Entscheidungen Schuldgefühle auslösen
- Grenzen akzeptiert werden müssen
Zum Abschluss
Medizinische Rollen machen einen Charakter nicht mächtig. Sie machen ihn verantwortlich, angreifbar und emotional involviert.
Wenn du nach dem Lesen denkst: „Ich verstehe, was es bedeutet, im Star-Citizen-Universum medizinisch zu arbeiten – und wie ich daraus einen glaubwürdigen, spielbaren Charakter entwickle, der mit Grenzen, Haftung und moralischen Konflikten lebt.“ Dann erfüllt dieser Ergänzungsleitfaden genau seinen Zweck.
Alles Gute!
Ultime Fauchelevent
(Lore-Maker-Team)