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Ergänzungsleitfaden – Handwerk, Industrie & Produktion im Rollenspiel
Dieser Text ergänzt den allgemeinen Leitfaden zur Charaktererstellung.
Er richtet sich an Spieler, deren Charaktere in Handwerk, Wartung, industrieller Fertigung oder Produktion verortet sind – einschließlich zukünftiger Crafting-Systeme. Produktion ist kein Statussymbol. Sie ist Arbeit mit Verantwortung, eingebettet in Abhängigkeiten, Zeitdruck und Fehlerfolgen.
Handwerk & Produktion als Realität
Produktion bedeutet Planung, Wiederholung und Kontrolle. Der Alltag besteht selten aus genialen Einfällen, sondern aus Abläufen, Prüfschritten und Entscheidungen unter Zeitdruck.
Fehler passieren. Perfektion ist selten erreichbar. Gute Arbeit zeigt sich oft darin, Probleme früh zu erkennen – nicht darin, sie nie zu haben.
Spezialisierung statt Alleskönnertum
Handwerkliche und industrielle Fähigkeiten sind meist eng gefasst. Wissen verteilt sich auf Teams, nicht auf Einzelpersonen.
Ein Charakter kann:
- bestimmte Maschinen gut beherrschen,
- spezifische Materialien kennen,
- klare Zuständigkeiten haben,
ohne alles zu können oder zu überblicken. Grenzen machen Kompetenz glaubwürdig.
Abhängigkeiten & Lieferketten
Produktion ist abhängig von:
- Rohstoffen und Vorprodukten,
- Energie, Werkzeugen und Wartung,
- Transport, Zeitfenstern und Personal.
Engpässe, Verzögerungen und Ausfälle sind normal. Kontrolle endet oft an Schnittstellen, die andere verantworten. Diese Abhängigkeiten erzeugen Konflikte – und Spiel.
Verantwortung & Haftung
Produzierte Dinge haben Folgen. Fehler können teuer, gefährlich oder rufschädigend sein.
Verantwortung endet nicht mit der Fertigstellung:
- Wer haftet bei Ausfällen?
- Wer trägt die Kosten für Nachbesserungen?
- Wer entscheidet, ob ein Produkt ausgeliefert wird?
Produktion bedeutet, Entscheidungen zu vertreten – auch dann, wenn sie unpopulär sind.
Alltag, Routine & Druck
Produktionsarbeit ist oft monoton. Schichten, Vorgaben, Fristen und Qualitätsanforderungen prägen den Alltag.
Motivation schwankt, besonders wenn:
- Zeit fehlt,
- Ressourcen knapp sind,
- Erwartungen widersprüchlich werden.
Diese Routine macht Figuren menschlich und anschlussfähig.
Crafting & Individualisierung
Maßanfertigung ist aufwändig. Sie kostet Zeit, Material und erhöht das Risiko. Serienproduktion und Einzelstücke folgen unterschiedlichen Logiken:
- Effizienz versus Flexibilität
- Planbarkeit versus Kreativität
Individualisierung ist möglich – aber nie selbstverständlich. Sie hat einen Preis, der im Spiel spürbar sein sollte.
Anschluss an anderes Rollenspiel
Produktion verbindet:
- Rohstoffgewinnung
- Handel und Logistik
- Nutzung und Wartung
Konflikte entstehen selten durch Gewalt, sondern durch:
- Qualität
- Termine
- Kosten
- Haftungsfragen
Andere Charaktere müssen die Arbeit nicht bewundern – sie sind von ihr abhängig.
Typische Missverständnisse – und warum sie nicht nötig sind
Bei Produktions- und Handwerkscharakteren tauchen häufig Annahmen auf wie:
- „Ich habe unbegrenzte Kapazitäten“
- „Meine Produkte sind immer perfekt“
- „Ich kontrolliere den gesamten Prozess“
All das ist nicht nötig, um überzeugend zu spielen.
Oft entsteht besseres Rollenspiel, wenn:
- Kapazitäten begrenzt sind,
- Fehler auftreten,
- Entscheidungen Konsequenzen haben.
Zum Abschluss
Handwerk und Industrie machen einen Charakter nicht mächtig. Sie machen ihn verantwortlich, eingebunden und ersetzbar – und genau das erzeugt Spieltiefe.
Wenn du nach dem Lesen denkst:
„Ich verstehe, was es bedeutet, im Star-Citizen-Universum zu produzieren – und wie ich daraus einen glaubwürdigen, spielbaren Charakter entwickle, der Verantwortung trägt, Fehler macht und Teil komplexer Abläufe ist.“ Dann erfüllt dieser Ergänzungsleitfaden seinen Zweck.
Alles Gute!
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(Lore-Maker-Team)