Historische Ereignisse
Die Menschheit blickt auf eine fast tausendjährige Raumfahrtgeschichte zurück, die von Entdeckergeist, Konflikten und Wandel geprägt ist. Zu Beginn des 22. Jahrhunderts gelang der Durchbruch zum interstellaren Zeitalter: 2214 erfand Dr. Scott Childress bei RSI den Quantumantrieb, der Reisen mit etwa 1% % der Lichtgeschwindigkeit ermöglichte. 2157 wurde der Mars erfolgreich terraformiert, und 2262 entdeckte Nick Croshaw das erste natürlich vorkommende Sprungpunkt-Portal – ein Wurmloch, das den Weg ins System Croshaw eröffnete. Dieser Fund revolutionierte alles: Die Ära der Sprungpunkt-Expansion begann. In den folgenden Jahrhunderten sprangen Pioniere von System zu System, gründeten Kolonien und machten vielfältige neue Welten für die Menschheit nutzbar. Die Terrraforming-Technologie wurde stetig verbessert, auch wenn Katastrophen wie das Mars-Terraforming-Desaster 2125 4.876 Tote forderte.
2438 | Erster Kontakt
Am 12. Juni 2438 traf die Menschheit erstmals auf eine außerirdische Zivilisation: Der Forscher Vernon Tar stieß im System Davien auf die Banu. Nach einer zunächst angespannten Annäherung kam es rasch zu friedlichem Kulturaustausch und Handel mit den Banu – der erste Kontakt verlief also erfolgreich. Im Jahr 2380 gründete die Erde mit ihren Verbündeten (Mars, Terra und weiteren Kolonien) die vereinte Regierung United Nations of Earth (UNE). Doch der expandierende Einfluss der Menschen rief auch feindselige Reaktionen hervor: 2541 entdeckte die UNE im System Elysium eine kriegerische Spezies, die Tevarin, welche die Menschheit angriff. Es entbrannte der Erste Tevarin-Krieg (2541–2546). Die Erde berief einen talentierten Offizier, Ivar Messer, zum Oberbefehlshaber. Messer gewann 2546 die entscheidende Schlacht bei Elysium IV, woraufhin die Tevarin kapitulierten. Gestützt auf seinen Heldenruhm, wandte sich Messer sogleich nach Kriegsende gegen die demokratische UNE: Er rief die United Empire of Earth (UEE) aus, ernannte sich 2546 selbst zum Imperator auf Lebenszeit und wandelte die Regierungsstruktur in eine Diktatur um. Das alte Triumvirat bestehend aus dem Hohen Anwalt, dem Hohen General und dem Hohen Sekretär als Mitglieder des Tribunals wurde abgeschafft; fortan regierte die Messer-Dynastie autoritär über das Empire. Dies markiert den Beginn der dunklen Messer-Ära.
2530 | Xi’an-Kalter Krieg
Kurz nach Gründung des UEE kam es 2530 an der Grenze zum Xi’an-Sektor zu einem heiklen Erstkontakt mit den Xi’an, einer weit fortgeschrittenen, langlebigen Alien Spezies. Imperator Ivar Messer übertrieb die Xi’an-Bedrohung propagandistisch, um seine Macht zu festigen. Es folgten über 250 Jahre eines angespannten Kalten Krieges zwischen dem UEE und dem Xi’an-Reich, ohne formelle Kriegserklärung, aber mit massiver Aufrüstung und Scharmützeln in den Grenzgebieten. Zahlreiche Sternensysteme der sogenannten Perry-Linie wurden von Menschen evakuiert und dienten als entmilitarisierte Pufferzone zwischen beiden Reichen. Glücklicherweise kam es nie zum offenen Krieg – eine Generation nach der anderen lebte jedoch in ständiger Furcht vor einem Xi’an-Angriff, was das gesellschaftliche Klima im UEE lange prägte.
2603 - 2610 | Der Zweite Tevarin-Krieg
Ein Teil der stolzen, aber besiegten Tevarin integrierte sich nach 2546 ins UEE. Doch ein Tevarin-Warlord namens Corath’Thal sammelte die Unzufriedenen und entfesselte 2603 einen neuen Krieg, um die verlorene Ehre seines Volkes wiederherzustellen. Trotz verzweifelten Kampfes – die Tevarin waren technologisch im Hintertreffen – scheiterte diese Rebellion. 2610 steuerte Corath’Thal sein brennendes Flaggschiff gezielt in die Atmosphäre seiner Heimatwelt (Elysium IV/Jalan), um in einem letzten Akt nach Tevarin-Tradition zu verglühen. Der Zweite Tevarin-Krieg endete damit endgültig und besiegelte das Schicksal der Tevarin als untergegangene Nation. Für das UEE lieferte dieser Konflikt erneut Rechtfertigung für die autoritäre Herrschaft der Messer.
2681 | Die Vanduul-Bedrohung
Seit 9. August 2681 sieht sich die Menschheit einem neuen äußeren Feind gegenüber: den Vanduul. An diesem Datum fielen erstmals Vanduul-Raider über Armitage (Orion III) im Grenzsystem Orion her – ein blutiger Erstkontakt. Die Vanduul sind nomadische Kriegerclans ohne einheitliche Regierung, extrem aggressiv und technologisch durchaus ebenbürtig. Während der Messer-Ära wurde die Vanduul-Gefahr jedoch lange heruntergespielt oder verdeckt gehalten, da das Regime den Xi’an-Konflikt in den Vordergrund stellte. In den folgenden Jahrhunderten überfielen Vanduul-Clans immer wieder entlegene Kolonien. Ganze Systeme gingen verloren: Orion – die erste menschliche Kolonie Armitage, die vernichtet wurde –, gefolgt von Virgil (2. Januar 2737), Tiber (2732 bis 2736), Caliban (2871) und anderen. Dennoch vermied das UEE bis ins späte 30. Jahrhundert eine offizielle Kriegserklärung, da man keine gesamte Kriegsfront eröffnen wollte, solange Messer-Imperatoren an der Macht waren und die Xi’an als Hauptbedrohung inszeniert wurden.
2792 | Massaker von Garron II
Der Wendepunkt der menschlichen Geschichte kam mit dem Massaker von Garron II. Im Jahr 2792 genehmigte Imperator Linton Messer XI. insgeheim einem korrupten Konzern, den Planeten Garron II zu terraformen – obwohl dieser eine einheimische prä-sentiente Spezies beherbergte. Das rücksichtlose Terraforming vernichtete alles Leben auf Garron II und kam durch Whistleblower ans Licht. Die Empörung über dieses Kriegsverbrechen an Unschuldigen brachte das Fass zum Überlaufen: In mehreren Systemen erhoben sich Bürger und Aktivisten. Nach 22 Tagen massiver Unruhen und Proteste wurde das Messer-Regime gestürzt. Linton Messer XI. wurde verhaftet (und kurze Zeit später im Gewahrsam getötet), womit die 246 Jahre dauernde Messer-Herrschaft endete. Erin Toi, eine Senatorin von Erde und prominente Regimekritikerin, übernahm als Übergangs-Imperatorin die Führung. Unter Imperatorin Toi wurden umfassende Reformen eingeleitet: Das Tribunal-System (eine Art Oberhaus mit drei gleichrangigen Ämtern) der alten UPE wurde teils wiederbelebt und demokratische Kontrollen installiert. Insbesondere wurden Amtszeitbeschränkungen eingeführt – fortan sollte jeder Imperator maximal zehn Jahre regieren dürfen. Die Macht des Senats und der Justiz (High Secretary und High Advocate als Regierungsbeamte) wurden gestärkt, um nie wieder eine Alleinherrschaft zuzulassen. Zudem brach das neue UEE die Verbindungen zu Unternehmen ab, die mit den Messers kollaboriert hatten – z.B. verlor der Rüstungskonzern Aegis Dynamics alle Regierungsaufträge und musste sich auf den zivilen Markt zurückziehen. Im außenpolitischen Bereich setzte Toi ein Zeichen des Friedens: Sie initiierte umgehend Verhandlungen mit den Xi’an. Bereits 2789 hatte Senator Akari von Terra inoffizielle Gespräche mit dem Xi’an-Imperator geführt, die zu einem Vorvertrag führten. Nach dem Regimewechsel mündete dies in einen förmlichen Friedens- und Handelsvertrag, der den Xi’an-Kalten Krieg beendete. Die zuvor militarisierten Puffer-Systeme wurden gemeinsam befriedet.
2795 | Fair Chance Act
Eine weitere Errungenschaft der post-Messer Ära war die Verabschiedung des oben erwähnten Fair Chance Act 2795, der Garron II als Mahnmal nahm und fortan alle entwicklungsfähigen Biosphären unter Schutz stellte. Erin Toi etablierte zudem 2795 den Emancipation Day als offiziellen Feiertag – er gedenkt bis heute jährlich der Befreiung vom Messer-Regime und ehrt die Opfer der Diktatur. In den frühen 2800er Jahren begann das UEE, seine Rolle neu zu definieren: Weg vom Unterdrücker, hin zum Vermittler und Beschützer. 2800 wurde im System Tayac der Ark eingeweiht, eine neutrale, riesige Bibliotheks- und Begegnungsstation, die alles Wissen der bekannten Spezies katalogisieren soll. Die Ark (Heimat der virtuellen Galactapedia) war ein Symbol für den Neuanfang und lud auch Xi’an, Banu und andere ein, sich daran zu beteiligen.
Die folgenden Jahrzehnte verliefen vergleichsweise friedlich. Das UEE wuchs weiter, entdeckte neue Systeme und baute diplomatische Beziehungen aus. Imperator Corbyn Salehi initiierte 2872 ein äußerst ambitioniertes Wissenschaftsprojekt: den Bau einer künstlichen Erde, genannt Synthworld (Projekt Archangel). In Chronos, einem eigens gewählten System, startete man die Konstruktion eines vollwertigen Planeten aus Rohstoffen – mit der Vision, eines Tages fortschrittliche Besiedlungswelten „erschaffen“ zu können, ohne bestehende zu erobern oder zu verändern. Das Synthworld-Projekt verschlang in den folgenden Jahrzehnten Unsummen und geriet oft in die Kritik, ist aber bis 2955 weiterhin im Gange (wenn auch nicht vollendet).