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Regierung & Gesellschaft
Die Menschheit wird im 30. Jahrhundert vom United Empire of Earth (UEE) regiert – einer parlamentarischen Föderation mit dem Imperator als gewähltem Staatsoberhaupt. Der Imperator dient für eine Amtszeit von zehn Standardjahren als Regierungschef und Oberbefehlshaber und besitzt Vetorecht bei Senatsbeschlüssen. Imperatorin Laylani Addison amtiert seit 2951 als aktuelle Imperatorin (gewählt im Oktober 2950). Addison profilierte sich zuvor als Wissenschaftlerin und unabhängige Kandidatin und setzte sich mit dem Versprechen durch, die Forschung und Bildung im Empire massiv zu fördern. Sie kündigte als erste Amtshandlung an, die strikten Beschränkungen der KI-Forschung zu lockern, um wissenschaftliche Innovationen zu ermöglichen. Dieses Vorhaben war und ist innenpolitisch umstritten, fand aber unter pro-technologischen Kräften viel Zuspruch. Addisons Regierung investierte außerdem Billionen von Credits, um die neue Regenerationstechnologie (siehe Technologie & Wissenschaft) im gesamten UEE verfügbar zu machen. Trotz ihrer Fokussierung auf Fortschritt betont Addison auch soziale Verantwortung: So erkennt sie die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit im Empire an und möchte die Regierung gezielt zu einem Motor für Fortschritt und Bürgerwohl machen. Addisons Wahlsieg markierte einen Wandel gegenüber ihrem Vorgänger Kelos Costigan, der eine eher konservative Politik verfolgte. Costigan hatte nach dem verheerenden Vanduul-Angriff auf Vega II im Oktober 2945 den Krieg gegen die Vanduul offiziell erklärt und das Empire in den Verteidigungsmodus geführt. Addison setzt diesen Krieg fort, will ihn aber langfristig durch technische Innovationen – etwa neue Strategien und bessere Infrastruktur – erfolgreicher gestalten, ohne ihre Reformagenda zu vernachlässigen.
Senat
Das gesetzgebende Organ des UEE ist der Senat, der sich aus Abgeordneten der Mitgliedssysteme zusammensetzt. Der Senat erlässt Gesetze, die vom Imperator ratifiziert oder vetoisiert werden können. Wichtige politische Entscheidungen der letzten Jahrhunderte, etwa das Fair-Chance-Gesetz zum Schutz unentwickelter Lebenswelten, gehen auf Senatsbeschlüsse zurück. So verabschiedete der Senat 2795 unter Imperatorin Erin Toi den Fair Chance Act (FCA) als Reaktion auf die Garron-II-Tragödie. Dieses Gesetz stellt Planeten mit präbiotischem oder frühem Leben unter Quarantäneschutz und verbietet jegliche Kolonisierung, Ausbeutung oder Terraforming solcher Welten, um aufstrebende Spezies vor Schaden zu bewahren. Der FCA war ein Meilenstein im galaktischen Ethikverständnis und spiegelt den Wertewandel des UEE nach dem Sturz der diktatorischen Messer-Dynastie wider.
Civilian, Citizen & Freie Völker
Gesellschaftlich ist das UEE in Civilians (Bürger) und Citizens (Bürger mit erweiterten Rechten) unterteilt. Jeder Mensch wird als Civilian geboren und genießt grundsätzliche Freiheiten sowie den Schutz imperialer Gesetze. Den begehrten Status Citizen muss man sich jedoch verdienen – zumeist durch mehrjährige Militär- oder Gemeinschaftsdienste oder anderweitige herausragende Verdienste für die Allgemeinheit. Nur Citizens steht das volle politische Mitbestimmungsrecht auf imperialer Ebene zu, etwa das Wahlrecht bei Imperatorswahlen. Im Alltag profitieren Citizens von Prestige und mitunter bevorzugtem Zugang zu Posten in Regierung und Verwaltung, während Civilians den Großteil der Bevölkerung stellen und vor allem lokalpolitische Rechte innehaben. Diese zweigeteilte Gesellschaft ist ein Relikt aus der UEE-Gründung 2546, als Ivar Messer den Citizen-Status einführte, um militärische Loyalität zu belohnen. Trotz gelegentlicher Kritik hat sich dieses System fest in der Kultur verankert.
Neben den im UEE lebenden Menschen existieren die sogenannten “Freien Völker”, gemeint sind Personen oder Gemeinschaften menschlicher Herkunft, die außerhalb der UEE-Gesetze in unabhängigen oder gesetzlosen Systemen leben. Beispiele sind Siedler in Randregionen wie Pyro oder Nyx oder Nachfahren von Deserteuren. Sie unterstehen keiner imperialen Rechtsprechung, haben aber umgekehrt keinen Anspruch auf UEE-Schutz. Viele Imperials betrachten diese Freischaffenden mit Misstrauen oder halten sie für Outlaws, doch verkörpern sie auch einen Geist von Autonomie und Pioniertum. In jüngerer Zeit führen technische Entwicklungen wie die Regeneration dazu, dass Freie im Nachteil sind – ihnen fehlen die Mittel für solche hochmodernen Dienste, die im UEE langsam zum Alltag werden. Tevarin (eine außerirdische Spezies, siehe Historische Ereignisse) leben heute überwiegend als integrierter Teil der UEE-Gesellschaft. Zwei gescheiterte Kriege gegen die Menschheit im 27. Jahrhundert führten dazu, dass die Tevarin-Heimatwelt Elysium IV (Jalan) seit 2610 zum UEE gehört. Über die Jahrhunderte haben sich viele Tevarin assimiliert und Citizen-Status erlangt, doch sehen sich manche noch Vorurteilen ausgesetzt. Dass 2950 mit Suj Kossi, einem Tevarin, erstmals ein Angehöriger dieser Spezies zur letzten Imperator-Wahlrunde zugelassen war, zeigt jedoch die gewachsene Diversität im politischen System.
Innerhalb der menschlichen Gesellschaft gibt es weiterhin einen Diskurs über den zukünftigen Kurs des Empires: Earth vs. Terra. Die Erde (Sol III) ist der historische Mittelpunkt der Menschheit – Regierungssitz seit jeher, traditionell, teils bürokratisch und geprägt vom Erbe der Messer-Ära. Terra (Terra III) hingegen wurde 2516 entdeckt und gilt als „zweite Erde“, ein paradiesischer Planet, der ohne Terraforming bewohnbar war. Terra hat sich zum pulsierenden Wirtschafts- und Kulturzentrum entwickelt und verkörpert für viele die Zukunft der Menschheit. Progressiv gesinnte Kräfte (oft Transitionalisten genannt) fordern seit langem, das politische Zentrum des UEE nach Terra zu verlegen, um einen Neuanfang zu symbolisieren. 2793 scheiterte ein entsprechender Gesetzesvorschlag knapp im Senat. Dennoch bleibt Terra eine Hochburg jener, die ein offeneres, reformorientiertes Empire anstreben, während auf der Erde vor allem Traditionalisten und Zentralisten den Status quo bewahren möchten. Imperatorin Addison hält sich aus dieser Frage offiziell heraus, doch spiegelt ihre unabhängige, pro-fortschrittliche Linie eher terranische Ideale wider. Ihr Amtsvorgänger Costigan entstammte hingegen dem Lager der Universalisten (moderat zentristisch). Diese politisch-kulturelle Spannung zwischen Erde und Terra bildet einen prägenden Hintergrund für viele gesellschaftliche Debatten im Jahr 2955.