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Log: Alaska_Seadeleare / 07.02.2956 SEY / Ein überschattetes Wiedersehen / Streit um die Zeit / Hilfe für Levski

  • alaska_seadeleare
  • 12. Februar 2026 um 14:13
  • 32 Mal gelesen
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Log: Alaska_Seadeleare / 07.02.2956 SEY / Ein überschattetes Wiedersehen / Streit um die Zeit / Hilfe für Levski


Es ist wie verhext. Meine Logbücher beginnen fast immer unter den gleichen Umständen: Meine Gedanken kreisen unaufhörlich um das, was ich zuvor erlebt oder was jemand zu mir gesagt hat. So ist es auch heute.


Eigentlich fühlte ich mich ziemlich gut. Zusammen mit Zero und Pike, war es uns gelungen, der Hurston Security ein echtes Schnippchen zu schlagen. Tatsächlich konnte ich – hunderte von Jahren nachdem sich die ersten politischen Flüchtlinge auf Levski niederließen – dazu beitragen, dass die kleine Bevölkerung auf Levski weiter anwächst. Wir schmuggelten Dissidenten aus Lorville heraus. Dem Hurston-Konzern steckten sie, aus welchen Gründen auch immer, wie ein Dorn im Fleisch.
Eigentlich wollte ich mit Zero so schnell wie möglich nach Stanton zurückkehren, um mein eigenes Schiff, die Jules-Verne III, einsatzbereit zu machen. Da das Schiff über ein Schmuggelabteil verfügt, das ich bis dahin sträflich vernachlässigt hatte, wollte ich es endlich seiner wahren Bestimmung zuführen. Ich wollte einfach noch mehr Leute aus Lorville rausholen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich das der Welt schuldig war – vielleicht war es auch nur meine Art, die Erlebnisse der letzten Wochen und Monate zu verarbeiten.


Doch wie so oft kam alles anders. Als ich mit Pike auf dem Weg zum Grand Barter war, hielt ich inne. Eine vertraute Stimme drang an mein Ohr. Nicht, dass sie direkt an uns gerichtet gewesen wäre. Es war die Stimme eines in sich gekehrten, melancholischen Typs.
Plötzlich verschlug es mir fast die Sprache. Husky! Direkt auf der Hauptmagistrale von Levski, gegenüber dem großen Tannaka-Denkmal, entdeckte ich Ihn. Er trug einen Strickpullover, der an einem rauen Ort wie diesem vollkommen deplatziert wirkte.
Er stand einfach nur da, völlig entrückt. Die geschäftige Menge um ihn herum schien er gar nicht wahrzunehmen. Sein Blick war starr nach oben gerichtet. Er wirkte in sich gekehrt.
Ich trat näher und rief: „Bist du das wirklich?“


Pikes Augen weiteten sich augenblicklich. Sie leuchteten auf wie die Landelichter eines herannahenden Frachters, doch eine Antwort blieb aus. Husky verharrte in seiner Starre und blickte weiter hinauf an die Decke der Halle, als gäbe es dort oben, ein Geheimnis, das nur er sehen konnte.
Es kamen sogar einige Passanten vorbei, denen sein merkwürdiges Verhalten auffiel. Auch sie legten die Köpfe in den Nacken, um zu erspähen, was Husky dort oben fixierte. Ich konnte dem Reflex selbst kaum standhalten. Ein kurzer Blick an die Decke der Stahlhalle brachte jedoch nichts Erkennenswertes zutage.
„Husky, wo hast du Brubacker gelassen?“, rief ich.
Ich ging auf ihn zu, während die Menge uns beobachtete. „Wie kommst du überhaupt nach Levski?“, setzte ich nach. „Was machst du hier eigentlich?“
Nachdem wir uns unter diesen wirklich bescheuerten Umständen im Wikelo Emporium getrennt hatten, besaß ich nicht die geringste Ahnung, wo Brubacker und Husky abgeblieben waren. Mein Zorn auf die beiden machte es mir schwer, echtes Interesse zu zeigen, doch tief im Inneren platzte ich vor Neugier – auch wenn ich es mir gegenüber, nur ungern zugab.


Husky senkte den Kopf. Sein Blick schien mitten durch uns hindurchzugehen. „Brubacker wird wohl im Grand Barter sein“, murmelte er völlig unbeteiligt und ging einfach an uns vorbei.
„Merkwürdiges Verhalten!“, wunderte sich Pike.
Ich glaubte Husky inzwischen gut genug zu kennen, um zu wissen, dass dieses Verhalten völlig normal für ihn war. Dann, wenn er wegen irgend etwas verunsichert war. Auch wenn es sich seltsam anfühlte, verschwendete ich erst einmal keinen tieferen Gedanken daran.
„Folgen wir Ihm einfach, Alaska“, sagte Pike knapp. Unmittelbar darauf nahm sein Gesicht wieder einen todernsten Ausdruck an. „Ich habe keine Ahnung, was ich Brubacker als Erstes an den Kopf werfen soll, wenn ich ihn sehe!“
Ich hielt einen Moment inne und sinnierte. „Ich bin innerlich völlig zerrissen. Einerseits bin ich stinksauer, andererseits aber auch froh, ihn endlich wiederzutreffen und zu erfahren, was eigentlich los war.“


„Na gut, hoffen wir, dass wir etwas Vernünftiges zu hören kriegen“, brummte Pike. Er setzte dazu an, zu Husky aufzuschließen.
Der Grand Barter empfing uns mit dem ohrenbetäubenden Lärm tausender Stimmen. Die Atmosphäre hier auf Levski war so außergewöhnlich, wie ich sie noch auf keiner anderen Raumstation im Stanton-System erlebt hatte. Trotz der düsteren Umgebung wirkte die Stimmung fast schon unwirklich ausgelassen und friedlich.
„Das hier muss der Nabel der freien Welt sein“, dachte ich bei mir und erinnerte mich daran, dass Zwiebus diesen Ort oft so genannt hatte. Wir schlenderten an den vielfältigen Geschäften vorbei und bestaunten die skurrilen Auslagen.


„Ein Blumenladen?“, entfuhr es mir ungläubig. „Ein echter Blumenladen mitten auf einer Bergbaustation? In einem Asteroidengürtel?!“


Ich hielt inne, als mein Blick auf eine Gestalt fiel, die gedankenversunken an der Nudelbar saß. Die Silhouette war unverkennbar. Mein Herz begann wild zu pochen. So sehr ich diesen Moment herbeigesehnt hatte, so groß war die Furcht vor der Ungewissheit dessen, was in der Zwischenzeit alles vorgefallen war.


Beim Näherkommen bestätigte sich mein Verdacht: Es war tatsächlich Brubacker. Er würdigte uns jedoch keines Blickes und starrte stattdessen wie gebannt auf ein altes Plakat, das an der Wand hinter dem Nudelkoch klebte. Mir saß ein Kloß im Hals, und ich wusste einfach nicht, wie ich das Schweigen brechen sollte.
„Na, Bru? Alles klar bei dir?“, dröhnte plötzlich Pikes Stimme durch das Stimmengewirr und beendete die angespannte Szene. Typisch Pike – er fand immer die direkten Worte.


Brubacker saß mit dem Rücken zu mir, sodass ich seinen Gesichtsausdruck nicht erkennen konnte. „Pike, was führt dich eigentlich hierher nach Levski?“, fragte Bru mit einer Stimme, die von absoluter Unbeteiligtheit zeugte. „Was ich hier mache?“, entgegnete Pike barsch. „Ich wollte dich gerade das Gleiche fragen, nachdem…“
„Also, Bru, dann mal erzähl mal!“, unterbrach ihn eine energische Stimme, die vom Nachbarstand herüberschallte. Zero war angekommen! Pike und ich zuckten unwillkürlich zusammen.


Obwohl Zero Brubackers Verhalten bei unserer letzten Begegnung nur aus unseren Erzählungen kannte, machte er sich sichtlich Sorgen darüber, was der Grund für dieses Treffen gewesen sein könnte. Ich erwartete ab jetzt ein schwieriges Gespräch.


„Du solltest dich zu uns gesellen“, begrüßte Brubacker Zero, als wäre nie etwas gewesen. Doch dann sah er Zero fest in die Augen. „Wir haben zu reden, mein Freund. Wir haben wirklich einiges zu bereden!“ Zero, der gerade von einem Getränkestand kam, nickte nur knapp. „Gut“, sagte er. „Und jetzt an einen ruhigeren Ort.“ Im Gänsemarsch verließen wir den Grand Barter in der Vorahnung, dass das kommende Gespräch schwierig werden würde. Keiner von uns sagte einen Ton. Endlich erreichten wir unser Ziel: eine Kontrollzentrale. Dort trafen wir auf jene einbeinige, wortkarge Frau, die hier seit jeher, tagein, tagaus, ihren Dienst versah. Dies war der Ort, an dem wir endlich Klartext reden würden.


Es lag eine Spannung in der Luft, so dick, dass man sie mit einem Laserschneider hätte zerschneiden müssen. Ein seltsamer Ozongeruch drang durch die Filter und verlieh der ohnehin angespannten Atmosphäre im Raum eine beinahe greifbare Authentizität.


Ich spürte den drängenden Impuls, sofort loszuplappern, doch mir wollten keine passenden Worte einfallen, um einen halbwegs vernünftigen Anfang zu finden. Unentschlossen blickte ich in die Runde, brachte jedoch keinen Ton heraus.


„Los, Brubacker, jetzt fang endlich an zu erzählen!“, unterbrach Pike schließlich das Schweigen. Er hatte sich ein Herz gefasst und das unvermeidliche Gespräch angestoßen. „Erklär uns doch mal aus deiner Sicht, was dazu führte, dass unsere Gruppe so auseinanderbrechen musste.“


Brubacker holte tief Luft. Es machte den Anschein, als hätte er sich bereits eine ausführliche Rechtfertigung zurechtgelegt. Dann begann er zu berichten: „Wie soll ich es sagen? Eines vorweg: Es tut mir furchtbar leid, wie die Sache im Wikelo Emporium gelaufen ist. Das war niemals meine Absicht.“
Er hielt kurz inne, um die Wirkung seiner Worte zu prüfen. „Bevor ihr hört, was ich gleich zu sagen habe, wollte ich das vorausgeschickt haben. Ihr sollt einfach wissen, dass es nichts Persönliches war.“


Brubackers Worte waren tatsächlich dazu angetan, die bestehende Spannung im Raum noch einmal deutlich zu steigern.
„Jetzt, Bru, komm zur Sache!“, drängte es mich zu sagen, doch ich schluckte die Worte hinunter. Brubacker fing ganz von alleine an zu erzählen. Er betonte immer wieder, wie schrecklich es für ihn gewesen sei, dass die Verbindung zu uns so abrupt abriss.


Er sprach häufig von diesem ominösen Mister Smith, von dem in letzter Zeit immer öfter die Rede war, was uns auch Zero bestätigte. Er berichtete von einer Geheimorganisation, die er „Schwerter der Zeit“ nannte. Dieser Mister Smith war offensichtlich ein Mitglied dieser Organisation oder in irgendeiner Form mit ihr im Bunde. Doch in keinem seiner Sätze erklärte Brubacker genauer, was SEINE eigentliche Verbindung zu dieser mysteriösen Gruppe war.
Alles in allem fühlte es sich für mich ziemlich an den Haaren herbeigezogen an. Ich, als Archäologe, war mit Historie vertraut, doch in Stanton war eine solche Organisation gänzlich unbekannt. Sicher, es gab Gruppierungen, die sich das Messer-Regime zurückwünschten und eine finstere Agenda verfolgten, aber eine Organisation, wie Bru sie beschrieb, war in meinem Universum schlicht nicht existent.


Da fiel Zero ihm ins Wort: „Dieser Artikel, den du zuletzt geschrieben hast... dieser Text stammt doch niemals im Leben von dir selbst! Wag es nicht, so etwas zu behaupten – so einen Stil habe ich von dir noch nie gelesen!“
Zero wirkte aufgebracht. „Du hast dich in reinen Allgemeinplätzen verloren, anstatt das zu schreiben, was eigentlich hätte drinstehen müssen! Kein Wort von unseren Entdeckungen in den ASD/Onyx Folterkellern! Kein mißliebiges Wort über die UEE! Du schreibst was über den Segen einer geordneten Gesellschaft. Was ist bloß mit dir los?“


Brubacker sah uns gequält an. „Bitte, Zero... ich kann mir vorstellen, dass euch das wundert. Ich weiß, dass euch alle dieser Text fassungslos macht. Aber sie haben mir eine Pistole auf die Brust gesetzt – eine geladene Pistole.“
„Hätte ich so berichten sollen, wie ich es ursprünglich vorhatte?“, fragte Brubacker in die Runde. „Welche Konsequenzen hätte das wohl nach sich gezogen? ... Ich hätte mir wohl bestenfalls nur die Advocacy auf den Hals gehetzt.“


Betretenes Schweigen breitete sich in der Gruppe aus. Dennoch fühlte es sich einfach zu einfach an.


„Ich kann dir das nicht glauben! Ich erlebte damals mit dir das Enos-Projekt, von finstersten Mächten angelegt, die vor keiner Widerlichkeit und Bösartigkeit zurückschrecken. Und du hast darüber geschrieben, wie dein journalistischer Ethos es von dir verlangte. Nämlich diese Verschwörung offenzulegen! Waren wir in Gefahr? Ja! Und jetzt? Sind wir genauso in Gefahr! Wie damals bei der Aufdeckung des Enos-Projektes. Wo ist denn jetzt der Unterschied? Welche Umstände haben sich für dein Schreiben denn jetzt so dramatisch geändert?“, setzte Zero nach, um dann um einiges leiser weiter zu reden: „Für was ist Hermioth dann letztendlich drauf gegangen?“


„Ich kann euch das scheinbar nicht ausreichend begründen“, entgegnete Brubacker matt. „Bitte, Zero ... Ich kann nur sagen, dass ich eine geladene Pistole auf der Brust hatte und mir keine andere Wahl blieb!“


Eine Pause entstand. „Was ich euch jetzt noch erzähle, wird eurer Ansicht nach dem Fass endgültig den Boden ausschlagen!“, fuhr Brubacker fort. „Zero, ihr anderen, müsst es wissen: die Vanduul!“


Alle starrten sich fragend an. Zero, Pike und ich tauschten Blicke aus. Dieser Satz von Brubacker hätte wohl wie eine Bombe einschlagen müssen. Unter anderen Umständen hätte es das sicherlich auch getan.
Doch Zero gab sofort ein Handzeichen zum Abbruch. „Jetzt hör auf mit diesem Zeug! Das ist doch nichts Ungewöhnliches! Die Vanduul-Raids… das haben wir doch schon seit Jahren hier in Nyx.“
Mir war klar, dass Zero, der schon länger und öfter auf Delamar gewesen war als ich, vielleicht auch mit einzelnen kleineren Vanduul-Raids konfrontiert worden war. Jemand, der für die Peoples Alliance flog, musste jederzeit damit rechnen, Ziel eines Überfalls zu werden. Das waren aber meist kleinere Raids – drei, vier Jäger, keine großen Schiffe.
Allein die Vorstellung, nur in kleinem Rahmen auf diese Aliens zu treffen, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. „Die Vanduul!“, hämmerte es in meinem Kopf, während die Stimme im Raum lauter und bestimmter wurde.


„Zero, nimm mich bitte ernst!“, rief Brubacker aufgebracht. „Etwas völlig Neues ist eingetreten, und du hast es sicherlich gesehen: Ein Vanduul-Grosskampfschiff wurde geortet – irgendwo zwischen Virgill und dem Nyx-System! Ob es nun eine klare Kampfschiff-Trägersignatur oder was auch immer war... es ist ein Trägerschiff! Das kannst du nicht leugnen. Wie kamst du auf den Gedanken, dass die kleinen Jäger am Rande des Nyx-Systems ohne Basis operieren? Sie müssen von irgendwoher kommen!“


Zero fragte gereizt: „Und du meinst also, dass uns das innerhalb der nächsten Zeit alle vernichten wird?“
„Genau das sage ich!“, entgegnete Brubacker mit festem Blick. „Genau das meine ich. Wir schweben in akuter Lebensgefahr! Die Vanduul sind zurück – und wir sind schuld!“


Jetzt schlug Brubackers Eröffnung ein wie eine Bombe.


„Wir sind an was schuld?“, fragte Zero, wobei seine Genervtheit deutlich zu spüren war.
„Wir sind schuld“, wiederholte Brubacker resigniert. Beinahe, als würde er uns aus dem neuem Testament vorlesen.
„Wir haben sie vielleicht geweckt. Oder besser gesagt: Ich habe sie direkt auf unsere Fährte gelockt!“, stieß er hervor, die Stimme belegt von unterdrücktem Zorn. „Das Experiment mit dem Vanduul-Leichnam in der ASD-Utility-Anlage wurde unwissentlich von uns zu Ende geführt. Irgendwie müssen die Vanduul davon erfahren haben. Und jetzt kommen sie, um sich zu holen, was ihrer Meinung nach ihnen gehört.“


Zero drehte sich langsam um und murmelte finster in seinen Bart: „Die Vanduul haben noch nie einen Schuldigen gebraucht, um zu morden und zu verwüsten.“
Ich wandte mich wieder an Bru, meine Stimme zitterte vor Ungeduld. „Nur um das festzuhalten: Du hast jetzt Kontakt zu einem Menschen aus einem Geheimbund, der sich ‚Die Schwerter der Zeit‘ nennt und die Geschicke der Galaxis beeinflussen will? Und obendrein bist du nun ganz allein dafür verantwortlich, dass die Vanduul das UEE-Territorium erneut heimsuchen wollen?“


Ich trat einen Schritt vor, und bemerkte ungläubig: “Bist du jetzt ganz alleine dafür verantwortlich? ...für die Geschicke der Welt?“
Brubacker wich einen Schritt zurück. Seine Stimme gewann an Volumen, wurde schärfer und schnitt wie eine Klinge durch die angespannte Stille im Kontrollraum.
„Genau das habe ich euch prophezeit!“, herrschte er die Gruppe an. „Als wir diese Expedition begannen, habe ich unmissverständlich klar gemacht: Es wird hässlich werden! Schlimmer, als ihr es euch in euren kühnsten Albträumen hättet ausmalen können!“


Er ließ den Blick über unsere Gesichter schweifen. „Ihr hattet jederzeit die Wahl – ich habe es oft genug erwähnt. Ihr hättet die Segel streichen und in Stanton eurer eigenen Wege gehen können. Keiner hat euch gezwungen, mir in diese verdammten ASD-Bunker zu folgen!“
„Das ist doch gar nicht der Punkt!“, platzte es genervt aus mir heraus. Ich funkelte ihn an. „Wir sind dir gefolgt, weil wir an die Sache geglaubt haben. Du wirfst uns vor, wir hätten uns nicht rechtzeitig aus dem Staub gemacht? Wir hätten deiner Meinung nach einfach gehen sollen? Was du uns da vorwirfst, ist absolut unverständlich!“
„Kapiert es endlich! Ich wollte - ich will - euch schützen! Da ist eine Sache am Laufen, die so groß ist, das Ihr sie nie verstehen würdet. Ich selbst verstehe es doch kaum!“
Brubacker wandte sich mir zu: „Alaska, nimm es einfach mal hin, was ich zu sagen habe!“ Er schnaubte verächtlich. „Alaska, wie lange kennen wir uns jetzt? Ein halbes Jahr? Und du erwartest ernsthaft, dass ich vor dir die Hosen komplett runterlasse?“ Seine Miene verfinsterte sich, als er leiser fortfuhr. „Glaub es mir einfach: Die Organisation ‚Schwerter der Zeit‘ hat Mr. Smith Informationen zugespielt. Die Ereignisse in den Onyx-Kellern sind der Grund, weshalb die Vanduul gerde jetzt wieder angreifen werden!“


„Na super“, warf Pike bitter ein und verschränkte die Arme. „Erst die ASD-Experimente und jetzt sind wir auch noch am Weltuntergang schuld.“


„Und? Warum starrt ihr mich so ungläubig an? Das war noch nicht alles. Ich habe da noch einen Brocken für Euch!“, sagte Brubacker und lehnte sich vor. „Die Vanduul arbeiten an einer Zeitmaschine.“


Dieser Satz schlug nicht ein wie eine Bombe. Er prallte an der Skepsis der Zuhörer ab wie ein Ball an einer Betonwand.


„Zeitmaschine?“, platzte es aus mir heraus, während ein trockenes Lachen meine Kehle verließ. „Die Vanduul? Diese Bestien sollen eine Zeitmaschine haben?“
Brubacker setzte sofort nach, seine Stimme war beunruhigend ruhig. „Auch wenn du es mir nicht glauben willst – was ich durchaus nachvollziehen kann –, genau so verhält es sich. Ich weiß nicht, ob sie den Prototyp bereits vollendet haben, aber dass sie an der Technologie forschen, das ist Smith´s...feste Meinung!“
Die Unterhaltung nahm eine Wendung, die ich mir beim besten Willen nicht hätte vorstellen können. Das Gespräch drehte sich noch gefühlte hundertzwanzig Mal im Kreis. Wir debattierten über instabile Wurmlöcher, die Physiologie der Vanduul und ihre wahre Motivation. Doch am Ende blieb alles an Brubackers Kernbotschaft hängen. Seine Theorie war so düster wie die Leere von Pyro: Die Vanduul versuchten, mithilfe temporaler Manipulation die Entstehung der Menschheit von vornherein zu verhindern. Es war ein Szenario, das sich selbst ein H. G. Wells nicht absurder hätte ausdenken können.


Pike hatte es inzwischen vollständig die Sprache verschlagen. Er stand nur noch bei uns und blickte verständnislos in die Runde. Ich konnte mir vorstellen, dass er hin- und hergerissen war zwischen dem positiven Gefühl, das er endlich auf Levski wieder verspürt hatte – das Gefühl, eine neue Heimat gefunden zu haben – und der Aussicht, das diese neue Heimat jetzt durch die Vanduul akut bedroht sein sollte.


„Natürlich ist es theoretisch möglich“, erklärte ich nachdenklich, „mit Hilfe der Steuerung der Gravitation den Raum so zu falten, dass sich am Ende Zeitlinien komplett überlagern.“


Brubacker sah uns fest an. „Die Wurmlöcher, das sind keine Hirngespinste.“


Doch kein Mensch wusste, woher diese Wurmlöcher ihre Energie haben mussten. Die Wurmlöcher oder Sprungtunnel waren jahrelang stabil. Sie kollabierten nur sehr selten. Woher die Unmengen an Energie für solch ein Wurmloch kommen sollten, konnte keiner beantworten. Nicht einmal die schlauesten Köpfe, die bislang an der renommierten Uni in Rhetor tätig gewesen waren, vermochten diese Frage zu klären. Alle nahmen die Wurmlöcher dankend an, die die moderne interstellare Gesellschaft der UEE ja erst möglich machten. Aber es wusste auch keiner genau, wie sie funktionierten. Es war ein Naturereignis, das niemand verstand. Man wusste es nur für sich zu nutzen. Den ganz frühen Seefahrern auf der Erde war ja schließlich auch nicht klar, woher der Wind kam.


„Du meinst also“, das musste ich noch loswerden, „dass eine künstlich herbeigeführte Faltung von Raum und Zeit durch die Vanduul umgesetzt würde?“ Ich sah Bru zweifelnd an: „Bru, hast du eine Vorstellung davon, wie viele Sonnen man alleine in der direkten Nachbarschaft bräuchte, um genügend Energie bereitzustellen, damit sich auch nur ein winziges, winziges, winziges kleines Wurmlöchlein öffnet? Deine Vorstellungen sind völlig absurd, weil kein Mensch weiß, wie lange so ein künstlich hergestellter Riss zwischen den Dimensionen bestehen kann.“
Ich holte tief Luft und fuhr fort: „Man bräuchte tausende weitere Sonnen, um so ein Wurmloch dauerhaft offen zu halten! Geschweige denn, dass kein Mensch weiß, wie man solche Energien überhaupt kanalisieren soll. Nicht einmal die kriegerischen Vanduul werden es wissen. Ich hoffe dabei allerdings, dass ihre Wissenschaft und die der Menschheit im selben Universum stattfinden.“


Um die Glaubwürdigkeit in dieser Geschichte, vor allem der Aspekt mit der Zeitreise, war es meiner Meinung nach nicht besonders gut bestellt. Es tat mir in der Seele weh… Ich befürchtete das wir weiter getrennte Wege gehen würden. Die Situation fühlte sich fast so an wie im Wickelo Emporium – nicht mit frischer Wut, sondern mit einer alten, bitteren Resignation.
Doch war Ich fest entschlossen, den Kontakt zu Bru jetzt nicht aufzugeben, obwohl es mir unglaublich schwerfiel, den neuen ‚Elefanten im Raum‘ in irgendeiner Form zu umschiffen. Diese Geschichte mit der Zeitmaschine und den Vanduul war wirklich einfach reine Fantastik! Trotz allem war ich froh, Brubacker wiedergetroffen zu haben, auch wenn ich nicht genau wusste, wie ich jetzt an das anknüpfen sollte, was bis vor dem Streit im Wikelo Emporium zwischen uns gut war.


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Der ganze Asteroid Delamar, die Heimat der freien Station Levski, ächzte unter einem neuen, unsichtbaren Feind. Es musste an den fehlerhaften Filterelementen gelegen haben, die eine UEE-Firma für die Luftaufbereitung Levskis geliefert hatte. Die Luft auf der gesamten Station war gesättigt mit Sporen – tückischen Pilzsporen. Jeder, der nicht augenblicklich seinen Atem schützte, fiel der Krankheit anheim, die sich tief in den Lungen festsetzte. Ein konstantes, rasselndes Röcheln war zum neuen Hintergrundgeräusch in der Hauptmagistrale geworden.


Glücklicherweise bot das Cargo Center eine Lösung, wenn auch eine unpopuläre. „Diese Dinger haben sich schon in Lorville auf Hurston bewährt“, brummte ein Händler, während er die seltsamen Plastiktüten-Helme über den Tresen schob: „Fast jeder in Lorville schützt sich so gegen die Umweltverschmutzung, die der Hurston-Konzern zu verantworten hatt.“ Wenn diese Tüten den Dreck von Hurston von den Lungen abhielten, würden sie doch auch mit den Sporen in Levski fertigwerden….


Überraschenderweise zeigte sich die UEE diesmal von ihrer kooperativen Seite und startete eine großangelegte Kampagne. „Diese Seuche braucht alles, was wir haben“, hieß es in den Durchsagen. Unter dem Banner der „Alliance Aid“ wurde jeder Pilot aufgerufen, Materialien für die Luftaufbereitung zu liefern. Frachter aus dem gesamten UEE-Raum brachten neue Filter für die Luftaufbereitung Levskis, Antimykotika, um den „Molina“ getauften Schimmelpilz in den Katakomben des Asteroiden zu bekämpfen. Die Sporen waren überall, besonders in den Industrieanlagen, doch auch in den Wohnbereichen war Atemschutz nun Pflicht.
Kurze Zeit nach unserem Streitgespräch trafen wir uns im Café Musain. Die People’s Alliance hatte im MobiGlas neue Aufträge ausgeschrieben. „Wir übernehmen die Bergung der medizinischen Güter“, entschieden wir in der Runde. Ein Frachter war im Glaciem-Gürtel verschwunden – vermutlich ein Angriff von Piraten oder gar den Vanduul.

Im Hangar blieb mir fast der Atem weg. Husky hatte dort eine gewaltige Anvil Carrack geparkt. Ich dachte neidisch an die Marco Polo, die eigentlich nur für SCIUN-Forschungsflüge reserviert war. So eine Carrack war einfach ein Koloss. „Woher hast du diesen riesigen Pott, Husky?“, fragte ich fassungslos. Er antwortete ungerührt: „Von meinem Großvater Friedrich. Die stand noch rum, ich hab sie nur wieder flottgemacht.“ „So ein Glück muss man haben“, murmelte ich.

Der Flug mit der Carrack verlief beinahe wie Routine. Wir erreichten die Havariestelle unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen, bargen die medizinischen Pakete und brachten sie nach Levski. Als Team funktionierten wir perfekt, genau wie damals, als wir Pyro unsicher machten. Doch über uns lag ein Schatten. Brubackers Gerede von Zeitmanipulationen und den Vanduul lastete schwer auf der Gruppe.

Ich brauchte Antworten. Da ich bei Hyperion derzeit keine Chance auf Gehör hatte, kontaktierte ich via MobiGlas unseren Chefphysiker bei SCIUN: Siruck. „Siruck, ich brauche deine Expertise. Es geht um eine Theorie Brubackers... Zeitmanipulation, die Vanduul...“, sprudelte ich hervor. Nach einer langen Pause antwortete er: „Zeitmanipulation? Alaska, willst du es dir erneut mit Hyperion verscherzen? Ihr habt euren alten Konflikt doch noch nicht mal bereinigt.“ „Ich will keine Bewertung meiner Motivation, Siruck! Denk bitte einfach nur über das Thema nach – ernsthaft.“ Er fing an, mir die Physik der Wurmlöcher und Gravitationsgleichungen um die Ohren zu hauen, bis mir der Kopf schwirrte. „Stopp! Das können wir hier nicht besprechen. Ich versteh nur noch Raumhafen“, unterbrach ich ihn.

Ich überredete ihn, das Stanton-System kurzzeitig zu verlassen. Wir vereinbarten ein Treffen am Stanton-Gateway im Pyro-System. Meinen Freunden schickte ich eine kurze Nachricht: „Bin für ein paar Tage weg. Muss Bru´s Thesen über die Zeit und die Vanduul klären.“
Das Gespräch mit Siruck verlief erwartbar. Er war ein Mann der Empirie, kein Freund von Spekulationen. Doch ich kehrte mit einem Funken neuer Information nach Levski zurück. Eine Wissenschaftlerin, der Siruck eindeutig Scharlatanerie vorwarf, hatte kürzlich Thesen geäußert, die die gängige Lehrmeinung über Wurmlöcher sprengten. Ihre Gedanken waren hypothetisch, glatt unseriös, doch wenn man sie konsequent zu Ende dachte, eröffneten sich Möglichkeiten jenseits alles bisher Vorstellbaren.


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